Trotz Übernahme durch Benko : Bei Kaufhof ist Fusion mit Karstadt kein Thema

Der Karstadt-Konkurrent Kaufhof will von einem Zusammenschluss der beiden Warenhausbetreiber nichts wissen. Bei Karstadt wurde eine für Donnerstag angesetzte Aufsichtsratssitzung verschoben.

von
Bei Kaufhof ist die Zusammenlegung mit Karstadt kein Thema.
Bei Kaufhof ist die Zusammenlegung mit Karstadt kein Thema.Foto: dpa

Als „Nebelkerze“ bezeichnet man beim Warenhauskonzern Kaufhof die Spekulationen über eine „Deutsche Warenhaus AG“: „Wir diskutieren diese Option nicht“, sagte Gerd Koslowski, Leiter der Unternehmenskommunikation, dem Tagesspiegel. Daran habe sich „auch nach dem Eigentümerwechsel nichts geändert“. Berichten zufolge strebt der neue Eigner des maroden Traditionskonzerns Karstadt, der Österreicher René Benko, einen Zusammenschluss beider Kaufhausbetreiber an. „Die Kollegen bei Karstadt tun gut daran, sich auf sich selber zu konzentrieren“, kommentierte Koslowski dies. Für eine Fusion sieht man beim Kölner Unternehmen, das zum Metro-Konzern gehört, keine Not: „Wir sind seit ewigen Zeiten profitabel.“ Aktuell unterhält die Kaufhof AG bundesweit 105 Warenhäuser, bei Karstadt sind es 83.

Handelsexperten begrüßen die Idee

Die österreichische Signa- Gruppe von Investor René Benko hatte Ende vergangener Woche Karstadt zu 100 Prozent übernommen, nachdem ihr bereits die Immobilien der Kaufhäuser gehört hatten. Immer wieder spekulieren Branchenkenner über eine Zusammenlegung der beiden Warenhäuser. Viele Handelsexperten begrüßen die Idee: Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein sagte dem Tagesspiegel in einem Interview: „Es gibt zu viel Warenhausfläche in Deutschland. Zwei Anbieter an einem Ort braucht niemand.“

Die ursprünglich für Donnerstag angesetzte Aufsichtsratssitzung ist verschoben

Unter Druck ist zurzeit aber nur Karstadt. Schätzungen zufolge dürften die nötigen Modernisierungen rund eine Milliarde kosten. Selbst für Schließungen fielen zehn bis 15 Millionen Euro pro Standort an, meint man beim Konkurrenten. Akut stehen 20 Häuser auf der Kippe. „Ich glaube nicht, dass man da gleich weitere Milliarden ausgeben will“, sagte Koslowski. Eine ursprünglich für Donnerstag geplante Aufsichtsratssitzung bei Karstadt wurde kurzfristig verschoben. Sie soll nun erst nach der Zustimmung der Kartellbehörde zur Übernahme durch Signa stattfinden.

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben