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Trotz Wachstum in Deutschland und Frankreich : Euro-Zone rutscht in die Rezession

15.11.2012 11:07 Uhr
Minuswachstum: Die Euro-Zone rutscht in die Rezession.Bild vergrößern
Minuswachstum: Die Euro-Zone rutscht in die Rezession. - Foto: dpa

Das Bruttoinlandsprodukt in den Staaten der Währungsgemeinschaft sank um 0,1 Prozent im Vergleich zum Frühjahr. Und auch in das kommende Jahr blicken Experten mit wenig Optimismus.

Trotz Wachstums in Deutschland und Frankreich ist die Euro-Zone in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt der 17 Mitgliedsstaaten sank zwischen Juli und September um 0,1 Prozent im Vergleich zum Frühjahr, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Bereits im Frühjahr war die Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft.

Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Fachleute von einer Rezession. Während die Wirtschaft in Deutschland und Frankreich je um 0,2 Prozent zulegte, ging die Talfahrt in den Krisenländern wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland weiter.

Damit wächst der Konjunkturpessimismus im Euro-Raum. Auf die Rezession im laufenden Jahr wird 2013 nur ein schwaches Wachstum folgen, prognostizieren Experten. Immerhin lässt der Preisdruck wohl nach. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter 56 Finanzexperten hervor.

Zuletzt hatte sich die Euro-Zone nach Beginn der weltweiten Bankenkrise 2008 in der Rezession befunden. Damals sank die Wirtschaftsleistung fünf Quartale in Folge bis zum Sommer 2009.

Auch auf das kommende Jahr blicken die Experten pessimistischer als bislang: 2013 rechnen sie nur mit einem leichten Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent nach bislang 0,6 Prozent. Längerfristig wird das Wachstum aber unverändert auf 1,8 Prozent veranschlagt.

Die Inflation im Währungsraum wird nach der Prognose 2012 bei 2,5 Prozent liegen. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher. 2013 dürfte sich die Teuerung auf 1,9 (bisher 1,7) Prozent ermäßigen. In der langen Frist sehen die Experten eine Rate von 2,0 Prozent.

Auch die EZB selbst erwartet, dass die Teuerung noch eine Weile über ihrer Zielmarke von knapp zwei Prozent liegen wird. Es sei aber zu erwarten, dass sie im Laufe des kommenden Jahres unter diese Marke sinkt.

Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen unterstrich am Donnerstag, dass er keine Gefahren für die Preisstabilität in Deutschland und der Eurozone sieht. Inflationssorgen würden derzeit im Zusammenhang mit dem Anleihenkaufprogramm der EZB sowie mit Blick auf den sehr niedrigen Leitzins geäußert, sagte Asmussen laut Redetext beim Versicherungstag in Berlin: „Ich versichere Ihnen: Diese Sorgen sind unbegründet.“ Von Inflation oder Geldentwertung könne keine Rede sein.

Die EZB befragt alle drei Monate Experten aus Finanzinstituten und Forschungseinrichtungen. Die jüngste Befragung wurde vom 16. bis 22. Oktober durchgeführt. (Reuters, dpa)

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