Wirtschaft : Trübe Aussichten für die Hightech-Branche Gewinn- und Umsatzwarnungen aus den USA belasten Börsen

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San Francisco / Frankfurt (Main) (Tsp). Die amerikanische Hightech-Industrie steckt trotz des erwarteten Konjunkturaufschwungs weiter in der Krise. Am Dienstagabend warteten gleich drei Größen der Branche mit schlechten Nachrichten auf. Der Computerproduzent Apple und der Chip-Hersteller Advanced Micro Device (AMD) meldeten sinkende Umsatz- und Gewinnerwartungen, beim drittgrößten Softwarehersteller der Welt, Oracle, ist der Quartalsgewinn um 23 Prozent eingebrochen. Die negativen Zahlen setzten die Aktienmärkte unter Druck. An der Frankfurter Börse fiel der Leitindex Dax am Mittwoch um 1,78 Prozent auf 4354,82 Punkte. Vor allem Technologiewerte wie Infineon oder Epcos wurden verkauft.

Oracle-Finanzchef Jeff Henley sagte stellvertrend für die ganze Branche: „Wir erwarten, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholen wird, doch möglicherweise wird sich diese Entwicklung auch in den kommenden sechs Monaten nicht signifikant auf die Technologie-Ausgaben der Unternehmen auswirken.“ Der Softwarehersteller spürt seit mehr als einem Jahr das schwache Wirtschaftswachstum und die geringen IT-Ausgaben der Unternehmen. Der Umsatz fiel im abgelaufenen Quartal (Ende: 31. Mai) binnen Jahresfrist um 16 Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar (rund 2,9 Milliarden Euro), übertraf damit jedoch die Erwartungen von Analysten. Das Nettoergebnis ging auf 655,9 (Vorjahr: 854,9) Millionen Dollar zurück.

Computerproduzent Apple begründete die Senkung seiner Gewinnerwartung damit, dass Kunden wie Verlagsunternehmen und Werbeagenturen auf Grund der schwachen Konjunktur ebenfalls weniger als erwartet in Computer-Ausrüstung investieren. Der Hersteller des iMac erwartet, dass der Umsatz im laufenden Quartal um bis zu 200 Millionen Dollar unter den bisherigen Prognosen liegen wird. Der Gewinn je Aktie sollte zwischen acht und zehn Cent liegen nach zunächst erwarteten elf Cent. Brian Eisenbarth, Portfolio-Manager bei Davidson Investment Advisors, sprach von einem schlechten Signal für den gesamten PC-Markt.

Um fast ein Viertel senkte der Chiphersteller AMD seine Umsatzprognose für das zweite Quartal. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 620 bis 700 Millionen Dollar statt zuvor bis zu 900 Millionen Dollar. Zudem rechnet der Konzern mit einem operativen Verlust. AMD ist als Zulieferer direkt vom PC-Markt abhängig. Nach wie vor ist der Absatz von Prozessoren in Nordamerika und Europa sehr schwach. „Auch die Quartalsergebnisse einer Reihe anderer Unternehmen zeigen, dass der Markt für PC anhaltend schwach ist und das beeinflusst auch AMD“, sagte Finanzchef Robert Rivet.

So war es kein Wunder, dass die Börsen am Mittwoch erneut auf Talfahrt gingen und dass besonders die Technologieaktien betroffen waren. Anleger flüchteten in Anleihen und Gold. „Hier herrscht wieder Nasdaq-Panik, und die Gewinnwarnungen drücken bei uns alles runter“, sagte ein Börsianer.

Der Euro profitierte von den neuen amerikanischen Hiobsbotschaften. Entsprechend kräftig erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) am Nachmittag den Referenzkurs von 0,9484 US-Dollar auf 0,9561 Dollar. An den Devisenmärkten hatten die Händler vor allem die schwache Entwicklung an den US- Aktienmärkten im Auge, wodurch der Dollar weiter unter Druck geriet. Die schwachen Prognosen von Oracle, AMD und Apple waren eine zusätzliche Belastung für den Dollar-Kurs.

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