Trumpf-Chefin im Interview : „Wir sind klug und wählen Mappus“

Nicola Leibinger-Kammüller, Chefin des Maschinenbauers Trumpf, erklärt, warum sie hinter der schwarz-gelben Regierung in Baden-Württemberg steht.

Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller
Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-KammüllerFoto: Trumpf

Frau Leibinger-Kammüller, was halten Sie von Winfried Kretschmann?

Er ist sicher ein sympathischer Mann, aber man muss ihn vermutlich einbinden.

Sie meinen, wenn er Ministerpräsident wird, müsste man auf ihn aufpassen?
Wird er nicht. Wir Schwaben sind klug genug, um unsere bewährte Regierung wiederzuwählen.

Das glauben Sie auch noch nach Japan?
Was kann der Ministerpräsident für Japan? Er hat genau wie die Kanzlerin vernünftig auf die Katastrophe reagiert.

Und was wäre so schlimm an einem Regierungschef Kretschmann?
Was an der Oberfläche mit netten Etiketten daherkommt, enthält einen zutiefst dirigistischen Kern voll linker Ideen. Nach dem Motto: „Wir von den Grünen wissen am besten, wie die Technologien der Zukunft aussehen und wie die Firmen reguliert werden müssen.“ Das wissen sie nicht. Eine florierende Wirtschaft ist die Voraussetzung für ein florierendes Land – das verstehen die Grünen nicht.

Ohne die Grünen gäbe es das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht, mit dem die Energiewirtschaft umgebaut wird.
Das will ich nicht bestreiten. Aber es passt so vieles nicht zusammen – die Ungeduld, das Gegen-alles-und-jedes-Sein. Auch in der Energiepolitik: Wir haben einen riesigen Energiebedarf, Industrie und private Haushalte, und wir können nicht so schnell auf Kernenergie verzichten, wie die Grünen meinen.

Was sind, neben der Energie, die wichtigen Themen im Wahlkampf?
Bildung, Ausbildung, Fachkräftemangel. Wir suchen Ingenieure, Physiker und Informatiker. Und bei der gewerblichen Ausbildung wird es auch langsam eng: Vor zwei Jahren hatten wir bei Trumpf noch 3000 Bewerbungen auf 30 Ausbildungsplätze, jetzt sind es noch 1000. Diese Themen bewegen uns, deshalb sind wir daran interessiert, dass diese Regierung im Amt bleibt.

Finden Sie es gut, dass Herr Mappus den Energieversorger EnBW gekauft hat?
Ja. Weil das Land damit Einfluss hat und EnBW nicht länger in französischer Hand liegt.

Sie sind für Verstaatlichung?
Bei EnBW sage ich: Ja, warum nicht?

Helfen Sie dem Wahlkämpfer Mappus?
Natürlich, das ist doch klar. Ich stehe hinter dieser Regierung – genau wie viele andere Mittelständler und wie viele unserer Mitarbeiter. Und ich finde es unanständig, wenn die Katastrophe in Japan hier in unseren Wahlkampf gezogen wird.

Nicola Leibinger-Kammüller ist Chefin des Maschinenbauers Trumpf, den ihr Vater Berthold Leibinger zu einem globalen Konzern ausgebaut hatte. Mit ihr sprach Alfons Frese.

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