Wirtschaft : Tüftlern fehlt der Schwung

Kaum Patentanmeldungen aus dem Osten / Initiative gefordert

DRESDEN (dpa).Nach dem Rekordanstieg der Patentanmeldungen in Deutschland 1996 sollten auch die Tüftler in den neuen Ländern in Schwung kommen.Der Veranstalter der Dresdner Erfindermesse, der Vorsitzende des Vereins der Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler in Sachsen, Werner Berger, sagte am Wochenende, in Ostdeutschland sei die Zahl der innovativen Produkte zu klein und sie kämen zu spät auf den Markt.Er forderte ein gemeinsames Handeln von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, um die Lage zu verbessern. Mit 935 Patentanmeldungen seien die sächsischen Erfinder im Vorjahr zwar die emsigsten im Osten gewesen, die Lücke sei aber noch groß."Wir haben 20 Patente pro 100 000 Einwohner jährlich verzeichnet, in den führenden alten Ländern waren es 40 bis 60." Als Ursache nannte Berger das "Wegbrechen von Forschung" nach der Wende.Doch zeichne sich nun ein Aufwärtstrend ab: "Es gibt ein großes Potential und eine Menge Leute, die etwas bewegen wollen." Das Deutsche Patentamt verzeichnete 1996 einen Anstieg der Patentanmeldungen um rund 21 Prozent auf 64 894, davon 42 834 aus dem Inland, aber nur 2831 (Vorjahr 2585) aus den neuen Ländern. Ein Fundus für kleine und mittlere Unternehmen könnten DDR-Patente sein: Über 130 000 Patente gab es am Tag der Einheit in Ostdeutschland, 4065 DDR-Patente sind auf einer CD-Rom der Agentur für Innnovationsförderung und Technologietransfer GmbH in Leipzig gesammelt.

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