Wirtschaft : TUI fliegt neuen Rekordgewinn ein

Bestes Ergebnis in der Unternehmensgeschichte / Vorerst kein Börsengang HANNOVER (dpa).Mit dem höchsten Gewinn seiner Unternehmensgeschichte ist Europas größter Reiseveranstalter TUI in den Preussag-Konzern eingeflogen.Insgesamt 6,8 Millionen Menschen buchten im Geschäftsjahr 1996/97 (31.Oktober) ihren Urlaub bei der TUI oder einer Tochtermarke, eine halbe Million mehr als im Vorjahr.Sie sorgten dafür, daß der Jahresgewinn des Reiseriesen um 20 Mill.auf 171 Mill.DM kletterte.Das teilte der Vorstandsvorsitzende der Touristik Union International GmbH & Co.KG, Ralf Corsten, am Freitag in Hannover mit.Der Gesamtumsatz stieg um gut zehn Prozent auf 8,5 (7,7) Mrd.DM.Auch in der laufenden Saison hat TUI trotz später Buchungen bereits mehr Gäste zu verzeichnen als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Corsten betonte, die TUI werde unter dem neuen Dach der Preussag AG eigenständig bleiben.Corsten verwies auf entsprechende öffentliche Erklärungen des künftigen Mehrheitseigners Hapag-Lloyd und der Preussag.Der Hannoversche Mischkonzern hatte das Touristik- und Transportunternehmen Hapag-Lloyd im September für 2,8 Mrd.DM gekauft.Natürlich würden bei der engeren Kapitalverflechtung Einsparmöglichkeiten geprüft.Eine Umwandlung der TUI in eine Aktiengesellschaft und der Gang an die Börse steht derzeit nicht zur Diskussion."Es gibt keine konkrete Planung", sagte Corsten. Zum Wachstum im vergangenen Jahr haben neben dem deutschen Markt mit allein 5,2 Millionen Urlaubern auch die größtenteils noch jungen TUI-Töchter in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien beigetragen.Der Trend zur Flugreise hält laut Corsten an.Die Sparmarke "1-2-Fly" verbuchte im ersten Jahr rund 285 000 Urlauber.Für das laufende Geschäftsjahr erwartet TUI ein weiteres Plus."Viele Deutsche können sich ihren Urlaub unvermindert ohne Probleme leisten", meinte Corsten.Viele zusätzliche Buchungen gab es für Mallorca, die Kanarischen Inseln, Portugal, aber auch die Dominikanische Republik. Für das laufenden Jahr will TUI vor allem mit seinen bisherigen Aktivitäten wachsen und zudem mit mehr Service-Angeboten neue Gäste gewinnen.TUI prüft laut Corsten aber auch eine Expansion in Länder wie Frankreich und Italien.Corsten warnte vor steuerlichen Belastungen von Urlaubsreisen, etwa durch eine Steuer für Flugbenzin.Dies würde eine Branche, die bislang ohne Subventionen auskommt, im Kern gefährden. Die genauen Eigentümerverhältnisse der TUI stehen noch nicht fest.Das Sagen bei Europas Reiseveranstalter Nummer eins hat aber künftig die Preussag.Mittels des jüngst übernommenen Hapag-Lloyd will Preussag auch die Mehrheit bei TUI bekommen.Offen ist nur der Zeitpunkt.Dies hängt von der Deutschen Bahn AG ab, die bisher 20 Prozent an TUI besitzt.Hapag-Lloyd hat sich bereits zu seinen bisherigen 30 Prozent die 20 Prozent der Schickedanz-Gruppe an TUI vertraglich gesichert.Davon kann die Deutsche Bahn binnen acht Wochen über ihr Vorkaufsrecht vier Prozent TUI-Anteile hinzukaufen.In diesem Fall würde Hapag-Lloyd TUI-Anteile von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) übernehmen.Die WestLB ist größter Eigner der Preussag, hält zudem 30 Prozent an TUI und würde Hapag-Lloyd zur Mehrheit bei dem Reiseriesen verhelfen.

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