Wirtschaft : TUI hebt Preise an: Das Mittelmeer wird teurer

Die deutschen Töchter der TUI Group haben im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich größere Zuwächse als die Tourismusbranche insgesamt erzielt. Sie legten in dem am 31. Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 um neun Prozent zu, der gesamte Tourismusmarkt aber nur zwischen zwei und drei Prozent, sagte der Vorstandsvorsitzende der TUI Group, Ralf Corsten, am Sonntag auf der Kanaren-Insel Teneriffa.

Die Veranstaltermarken "TUI Schöne Ferien!", "1-2-Fly", "airtours", "Wolters Reisen", "Events Erlebnisreisen" und "LTUR" setzten nach seinen Angaben 8,3 Milliarden Mark (4,24 Milliarden Euro) nach 7,6 Milliarden Mark im Vorjahr um. Angaben zum Gewinn und der Anzahl der Reisenden wurden nicht gemacht.

Die TUI Group ist die Tourismussparte des Preussag-Konzerns, der sich gerade in einem gewaltigen Umbauprozess befindet. Die TUI ist nach eigenen Angaben Europas größter Reiseveranstalter. Bei der Preussag sollen bereits 2002 77 Prozent des Gesamtumsatzes mit Touristik und nur noch 21 Prozent aus der Logistik-Branche kommen. Darüber hinaus wird Preussag noch Beteiligungen im Eröl- und Erdgasgeschäft behalten, die dem Konzern bisher als Gewinnbringer gedient haben.

Gewinner des Reise-Sommers 2000 seien aus Sicht der TUI vor allem die Türkei, Ägypten und Kroatien gewesen, berichtete Corsten. Bei den Fernreisen legte die Dominikanische Republik um 16 Prozent zu. Nach vielen Jahren des Zuwachses sei das Spanien-Geschäft erstmals rückläufig gewesen. "Während die Länder im östlichen Mittelmeer ihre Attraktivität verstärken konnten, haben die Diskussion um die Einführung einer Ökosteuer, Berichte über streikende Taxifahrer, protestierendes Flughafenpersonal und Wassermangel die Buchungen vor allem für Mallorca nicht gerade stimuliert". Dennoch könne von einer Mallorca-Müdigkeit keine Rede sein.

Die TUI erweiterte für die Sommersaison 2001 nach eigenen Angaben für viele Reiseziele ihre Angebote. Die Reisen ans Mittelmeer würden wegen des hohen Kerosinpreises voraussichtlich um bis zu drei Prozent teurer, hieß es. Für einige Ziele, in denen in US-Dollar abgerechnet wird, würden die Preise wegen des starken Dollarkurses um mehr als sechs Prozent steigen.

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