• Tui startet Billigflieger mit Germania Touristikkonzern verzeichnet mehr Buchungen / Weiter rote Zahlen

Wirtschaft : Tui startet Billigflieger mit Germania Touristikkonzern verzeichnet mehr Buchungen / Weiter rote Zahlen

NAME

Hannover (fw). Die Tui, Europas größter Touristikkonzern, bietet zusammen mit der Germania bald Billigflüge an. Ab Dezember werden vom Flughafen Köln/Bonn aus zunächst acht Maschinen der Fluggesellschaft Germania unter dem n „Hapag Lloyd Express“ Ziele in Deutschland und Europa ansteuern, sagte Tui-Chef Michael Frenzel am Donnerstag in Hannover. Die bisher von der Germania geflogenen Strecken Frankfurt-Köln und Frankfurt-Berlin werden dann von Hapag Lloyd Express übernommen.

Das günstigste Ticket soll für innerdeutsche Flüge ohne Steuern und Gebühren zehn Euro kosten, innerhalb Europas 25 Euro. Allerdings wird es nur ein beschränktes Kontingent an diese Tickets geben. Im Schnitt sollen die Nettopreise für die Tickets für innerdeutsche Ziele bei 70, für europäische Ziele bei 75 Euro pro Strecke liegen.

„Wir wollen an dem starken Wachstum der Low Cost Carrier teilhaben“, erklärte Frenzel den Einstieg in das neue Geschäftsmodell. Während die Billigflieger wie die irische Ryanair, die Flüge ohne Extras anbieten, derzeit rasant wachsen, befindet sich das traditionelle Charterfluggeschäft, in dem die Tui mit ihrer Tochter Hapag Lloyd tätig ist, in der Flaute. Die Germania hat bisher mit fünf Maschinen für die Tui Charterflüge übernommen. Ohne den neuen Deal wäre die Kooperation jetzt mangels neuer Charter-Aufträge beendet gewesen. So aber versuchen beide, aus dem Geschäft zu Niedrigstpreisen Gewinn zu schlagen. Und sie sind nicht die Einzigen: Erst im April hatte die Deutsche BA ihr Modell auf Billigflüge umgestellt, vergangene Woche verkündete die Lufthansa-Beteiligung Eurowings die Gründung der Billigtochter Germanwings, und schließlich stellte die Lufthansa diese Woche selbst zehn Prozent ihrer Sitze auf ein billigeres Preissystem um.

Den Vertrieb und das operative Geschäft der neuen Fluggesellschaft soll eine neu gegründete 100-prozentige Tochtergesellschaft der Tui übernehmen. Die Flugzeuge wird die Germania Flugdienst GmbH im Rahmen eines Chartervertrages stellen. Die Germania managt im ersten Jahr auch den ganzen Flugbetrieb. Allerdings hat sich die Tui hier die Option zur Übernahme gesichert. Bei Erfolg solle Hapag Lloyd Express schon im Frühling 2003 weiter wachsen, sagte Frenzel. Dann könnten auch Flugzeuge aus der klassischen Hapag Lloyd-Flotte dazu kommen. „Wir wollen die Marktführerschaft bei den Billigfliegern in Deutschland übernehmen“, kündigte Frenzel an. 2003 sollen 1,3 Millionen Passagiere befördert werden, 2005 dann 3,6 Millionen. Zu dem Zeitpunkt sind auch schwarze Zahlen geplant.

Innerdeutsch wurden außer den Germania-Strecken auch Flüge von Köln/Bonn nach Dresden und München genannt, außerhalb Deutschlands von Köln/Bonn nach Barcelona, Paris, Mailand und London. Erst im Oktober gibt die Tui alle Ziele bekannt.

Wegen hoher Sonderbelastungen und der anhaltenden Reiseflaute schreibt die Tui AG im ersten Halbjahr weiter rote Zahlen. Tui wies einen Konzernverlust von 128 Millionen aus. Zum gleichen Zeitpunkt 2001 gab es noch einen Gewinn von 134,2 Millionen Euro. „Verhalten optimistisch“ schätzte Frenzel die Entwicklung des Gesamtgeschäftes der Tui AG in den nächsten Monaten ein. „Im Tourismus erwarten wir, dass sich das Ergebnis des Gesamtjahres dem vom Vorjahr annähert“, sagte Frenzel. Die Buchungen hätten sich vor allem im Juli und August verbessert. Aktuell lägen sie konzernweit 6,4 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. In Deutschland liege das Minus bei 11,4 Prozent, auf dem britischen Markt bei minus 2,1 Prozent. Der operative Gewinn ging in der Touristik um 66 Prozent auf 117 Millionen Euro zurück.

Die Börse reagierte positiv auf die Nachrichten: der Kurs stieg bis zum Handelsschluss um 8,14 Prozent auf 23,25 Euro.

0 Kommentare

Neuester Kommentar