Wirtschaft : Tui-Tochter Hapag-Lloyd streicht 2000 Stellen

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Hamburg - Der Hamburger Transportkonzern Hapag-Lloyd will bei der gerade erst übernommenen britischen Reederei CP Ships weltweit mehr als 2000 Stellen streichen. Bislang hatte Michael Frenzel, Chef des Mutterkonzerns Tui, nur von „einigen hundert Arbeitsplätzen“ gesprochen, die wegfallen sollen. „Der Stellenabbau bei CP Ships soll bis Mitte 2007 abgeschlossen sein“, sagte Hapag-Lloyd-Vorstandsvorsitzender Michael Behrendt.

Betroffen sind 200 Standorte, vor allem Tempa im US-Staat Florida. Dort entfallen rund 500 Arbeitsplätze. Die 200 Stellen in Deutschland sollen indes gesichert werden, zusätzlich sollen mehr als 100 in Hamburg bei Hapag-Lloyd (HL) entstehen. Die Tui-Tochter hatte CP Ships Ende 2005 für 1,7 Milliarden Euro übernommen und war damit zur fünftgrößten Containerreederei der Welt aufgestiegen. Die Gesellschaft verfügt künftig über rund 130 Schiffe und beschäftigt mehr als 7000 Mitarbeiter.

Der Stellenabbau ist Teil eines Sparprogramms von 180 Millionen Euro bei CP Ships, das 2008 abgeschlossen sein soll. Belastet wird das Ergebnis der Tui-Tochter aber zunächst durch Restrukturierungskosten. Sie betragen rund 100 Millionen Euro. „Es wird schwer sein, angesichts der Einmalkosten den Gewinn des Vorjahres wieder zu erreichen“, sagt Behrendt. Die Notierung der Tui-Aktie legte am Mittwoch trotzdem deutlich um 2,50 Prozent auf 16,09 Euro zu.

Hapag-Lloyd rechnet 2006 damit, dass der Konzernumsatz weiter steigt. Verantwortlich hierfür sei der wachsende Containermarkt, der jährlich um sieben bis acht Prozent zulegt. „Wir wollen und werden am weiteren Aufschwung im Containergeschäft partizipieren“, sagt Behrendt. Dabei bekommt die Reederei bei den Frachtraten Rückenwind. Auch in dem Kreuzfahrtgeschäft will Hapag-Lloyd den Ertrag mittelfristig weiter steigern. „Wir steuern hier eine Umsatzrendite von rund acht bis neun Prozent an“, erklärte der HL-Chef. lip (HB)

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