Wirtschaft : Tui will mit Germania billig fliegen

Konkurrenz für Lufthansa wächst / Streit mit Ryanair dauert an

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Der Kampf um die Kunden im Billigpreissegment wird immer schärfer. Am Donnerstag wird auch die Tui offiziell ihre Pläne für einen Billigflieger bekannt geben. Partner des Reiseveranstalters für die preiswerten Flüge wird voraussichtlich die Germania werden, die aufgrund des schlechten Chartergeschäfts genügend freie Kapazitäten haben dürfte. Vom Flughafen Köln/Bonn aus sollen ab Dezember sechs europäische Ziele angesteuert werden – darunter Rom, Madrid, Barcelona, Mailand und Paris, sowie ein Flughafen in Großbritannien.

„Die Ziele sollen attraktiv für Touristen und Geschäftskunden sein“, sagte ein Tui-Sprecher dem Tagesspiegel. Am Mittwoch wird der Aufsichtsrat über die Pläne informiert, am Donnerstag will sich die Tui bei der Präsentation ihrer Halbjahreszahlen detailliert zu den Plänen äußern.

Noch Anfang des Jahres hatte die Lufthansa auf innerdeutschen Strecken nur einen Billig-Konkurrenten – die Germania auf den Strecken Berlin-Köln sowie Berlin-Frankfurt. Inzwischen hat sich die Situation für die Lufthansa aber bedrohlich verändert. Denn im Frühling stellte die Deutsche BA (DBA) ihr Konzept komplett auf billig um: im Schnitt sanken die Preise um 30 Prozent. Das Rezept: Per Internet buchen und teure Schnäppchen wie gratis Essen oder Bonusmeilen abschaffen. Inzwischen steckt auch ein starker, erfahrener Partner hinter der DBA: der größte Billigflieger Europas, Easyjet, hat eine Option zum Kauf der DBA unterschrieben. Schon jetzt pumpen die Briten kräftig Geld in das Unternehmen und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Aber auch auf den europäischen Strecken multiplizieren sich die Möglichkeiten, für wenig Geld zu fliegen. Die britische Virgin will demnächst ab Köln/Bonn europäische Ziele ansteuern, und auch die irische Ryanair hat angekündigt, ihre Präsenz in Deutschland weiter auszubauen. Die Billigflieger verzeichnen rasante Wachstumszahlen.

Von der neuen Konkurrenz in die Enge getrieben, mischt die Lufthansa jetzt immer kräftiger mit: Vor zwei Wochen ist sie durch ihre Beteiligung an Eurowings selbst in das Geschäft eingestiegen. Unter dem n Germanwings sollen ab Oktober für Niedrigstpreise von Köln/Bonn aus Ziele in Europa und der Türkei angeflogen werden. Unterdessen setzt sich die Lufthansa auch weiter rechtlich mit der Billigkonkurrenz auseinander. Mit Ryanair zum Beispiel geht es um deren aggressive Werbung mit dem Slogan: „Lufthansa will keinen Wettbewerb“. Das Bundeskartellamt will wiederum, dass die Lufthansa der Germania Slots abgibt. fw

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