Wirtschaft : Tumulte bei Mobilcom

Aktionäre protestieren auf der Hauptversammlung

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Hamburg Tumulte auf der Hauptversammlung des Mobilfunkanbieters Mobilcom am Dienstag: Mehrere Aktionäre haben den Beginn der Aussprache über die Rede von Vorstandschef Thorsten Grenz mehr als zwei Stunden verhindert. Der Versammlungsleiter musste einen Aktionär mit Hilfe des Sicherheitsdienstes aus dem Saal entfernen lassen und sprach Verwarnungen aus. Die Aktionäre sollten über die Verschmelzung von Mobilcom mit der Internet-Tochter Freenet zum neuen Unternehmen Telunico abstimmen. Bis Redaktionsschluss dauerte die Versammlung noch an.

Durch die geplante Fusion werden stille Reserven gehoben, die zu einem außerordentlichen Gewinn von 800 Millionen bis einer Milliarde Euro führen können. Ob die stillen Reserven an die Aktionäre im Form einer Sonderdividende ausgeschüttet oder für weitere Akquisitionen verwendet werden sollen, ist hingegen unklar. „Es ist noch keinerlei Vorentscheidung getroffen worden, wie ein entsprechender Bilanzgewinn verwendet werden soll“, sagte der scheidende Vorstandschef Grenz.

Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sowie Mitarbeiter von Mobilcom befürchten, dass der Konzern auf Druck des US-Investors Texas Pacific Group (TPG) die stillen Reserven ausschüttet und damit die fusionierte Gesellschaft finanziell ausblutet. Die IG Metall hatte Befürchtungen geäußert, dass dies Arbeitsplätze gefährden würde. „Wir wollen nicht, dass die Firma ausgehöhlt wird“, sagte ein DSW-Vertreter. Damit sei die Handlungsfähigkeit des Unternehmens bei der weiteren Expansion gefährdet. TPG ist mit 27,3 Prozent an Mobilcom beteiligt, an der fusionierten Telunico wären es 18 Prozent. „Der Vorwurf, TPG wolle das Unternehmen ausbluten, entbehrt jeder Grundlage“, sagte TPG-Partner und Mobilcom-Aufsichtsrat Andrew Dechet am Dienstag. „Wir würden nie etwas tun, was das Unternehmen in Gefahr bringt.“ dpa/lip (HB)

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