Wirtschaft : TV-Produktion rettet Viva-Gewinn Musiksender spürt Werbeflaute

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Frankfurt (Main) (epd). Der Musiksender Viva hat erstmals Gewinn gemacht. Im vergangenen Jahr sei ein Überschuss von 859 000 Euro erwirtschaftet worden, teilte das börsennotierte Unternehmen am Mittwoch mit. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 28,8 Millionen Euro verbucht worden. Der erzielte Gewinn geht vor allem auf einen außerordentlichen Ertrag zurück, den Viva beim Verkauf von 49 Prozent an dem digitalen Tochtersender Viva Plus erzielen konnte. Der neue amerikanische Mitgesellschafter AOL Time Warner zahlte dafür im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro.

Der Umsatz von Viva stieg nur leicht auf 112,9 Millionen Euro. Wie andere Fernsehsender auch spüre Viva den Rückgang der Werbeeinnahmen, die um sieben Prozent abgenommen hätten, hieß es. Der VivaVorstandsvorsitzende Dieter Gorny kündigte eine „Programmoffensive“ an, um die Werbeflaute auszugleichen. Dadurch werde der Anteil der reinen Musiksenkungen bei Viva sinken. Negativ mache sich auch die Strukturkrise der Musikindustrie mit ihren abnehmenden Platten-Umsätzen bemerkbar. Werbung für Musik-CDs mache nur noch 24 Prozent des Umsatzes aus.

Positiv habe sich die Integration der TV-Produktion und des Lizenzhandels mit Sendungsformaten bemerkbar gemacht, hieß es weiter. Die 2001 gekaufte Brainpool TV arbeite gewinnbringend. Die Fernseh-Lizenzerlöse trügen inzwischen 47 Prozent zum Umsatz bei. Insofern habe man die Risiken des schwachen Werbemarkts durch das zweite Standbein reduziert, sagte Gorny.

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