Wirtschaft : UBS berät beim Verkauf der Bankgesellschaft

Senat wählt Schweizer Großbank aus

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Berlin – Die Investmentbank UBS soll das Land Berlin beim anstehenden Verkauf der Bankgesellschaft beraten. Das teilte die Senatsverwaltung für Finanzen am Dienstag mit. Die Schweizer hätten sich in einem zweistufigen Bewerbungsverfahren gegen eine zweistellige Zahl von Mitbewerbern durchgesetzt, hieß es aus Finanzkreisen. Sie sollen als Ansprechpartner für mögliche Käufer der Bankgesellschaft dienen und den Zeitplan für den Verkaufsprozess abstimmen, der im Herbst starten wird.

Das Land muss sich bis Ende 2007 von seinem 81-prozentigen Anteil an der Bankgesellschaft trennen. Das sieht eine Auflage der EU-Kommission vor. Demnach muss Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) den Bankkonzern, zu dem auch die Berliner Sparkasse gehört, in einem „diskriminierungsfreien Verfahren“ veräußern – er darf also keinen Bieter bevorzugen. Bisher haben bereits einige deutsche Großbanken ihr Interesse angemeldet. Aber auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) will mitbieten, um die Sparkasse in öffentlichem Besitz zu behalten. In einem ersten Schritt will er deshalb einen zehnprozentigen Anteil an der Bankgesellschaft übernehmen, den bisher die ebenfalls öffentlich-rechtliche Norddeutsche Landesbank (NordLB) hält. Nach Informationen aus Sparkassenkreisen haben die zwölf regionalen Sparkassenverbände dem DSGV in der vergangenen Woche ihre Zustimmung für den Kauf erteilt. DSGV-Präsident Heinrich Haasis kann nun entscheiden, ob und wann er den Anteil kauft. Dabei könnte ihm allerdings noch die EU-Kommission in die Quere kommen, die in einem Schreiben an die Bundesregierung Bedenken gegen den Erwerb des NordLB-Anteils durch den DSGV geltend gemacht hat. Die Brüsseler Behörde fürchtet, das Sparkassenlager könne im Bieterverfahren um die Landesanteile in eine privilegierte Position kommen.

Unterdessen hat Berlins Finanzsenator eine positive Zwischenbilanz bei der Risikoabschirmung der Bankgesellschaft durch das Land gezogen. Das im November gemachte Angebot der Bankgesellschaft, Fondsanteile von Anlegern ihrer Immobilienfonds anzukaufen, habe breite Akzeptanz gefunden, heißt es im 17. Vierteljahresbericht zur Risikoabschirmung. Fast die Hälfte aller Zeichner habe bislang das Kauf- oder Darlehensangebot angenommen.stek/dr

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