UBS-Studie zur Eurokrise : Rettung ist billiger als Zerfall

Die Schweizer Großbank UBS rechnet vor: Die Eurorettung ist ein Schnäppchen – zumindest im Vergleich zu einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone. Aber was soll die Rettung den einzelnen Europäer kosten?

Die Schweizer Bank berechnet 1000 Euro pro Einwohner in der Eurozone.
Die Schweizer Bank berechnet 1000 Euro pro Einwohner in der Eurozone.Foto: AFP

Die Rettung der Krisen-Staaten Griechenland, Portugal und Irland ist für Europäer deutlich billiger als ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone. Das berechnete die Schweizer Bank UBS. Die Kosten für die Finanzspritzen taxierten die Experten der Großbank auf einmalig rund 1000 Euro pro Einwohner der Euro-Zone. Entschlössen sich jedoch einzelne Staaten, aus der Gemeinschaftswährung auszusteigen, wären die volkswirtschaftlichen Kosten für die Bewohner der betroffenen Länder um ein Vielfaches höher.
Bei einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone wäre das Land mit einem Schlag zahlungsunfähig. Darauf würde eine Pleitewelle unter den dortigen Unternehmen folgen, betonten die Analysten in ihrer Studie vom Dienstag. Das Bankensystem und der internationale Handel würden kollabieren. Das würde jeden Einwohner eines ausscheidenden Staates wie Griechenland im ersten Jahr bis zu 11.500 Euro kosten. In den Folgejahren lägen diese Kosten bei jeweils bis zu 4000 Euro.


Ein Rückzug der wirtschaftlich starken Länder aus der Gemeinschaftswährung wäre kaum billiger, hieß es weiter in der Studie der Bank. Bei einer Rückkehr zur D-Mark müsse mit einem Zusammenbruch des Außenhandels und einer Pleitewelle bei deutschen Unternehmen gerechnet werden. Hinzu kämen Finanzspritzen für die Banken.
Dadurch kämen auf jeden Bundesbürger vom Kleinkind bis zum Greis Kosten von bis zu 8000 Euro im ersten Jahr und bis zu 4500 Euro in den Folgejahren zu.

(Reuters)

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