Wirtschaft : Über 100 mögliche Lipobay-Opfer

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Bayer hat zugegeben, dass die Zahl der Opfer, die möglicherweise in Zusammenhang mit der Einnahme des Cholesterinsenkers Lipobay gestorben sind, höher ist, als bislang bekannt. "Insgesamt liegen Bayer etwa 100 Meldungen über Patienten vor, die mit der Einnahme von Lipobay in Verbindung stehen", sagte Bayer-Sprecher Michael Diehl am Freitag in Leverkusen. Der Konzern, dessen Aktie ab nächstem Donnerstag an der New Yorker Börse gehandelt wird, habe diese Zahl in einem Dokument an die US-Börsenaufsicht SEC mitgeteilt, sagte Diehl. Zu der Zahl der deutschen Opfer wollte er sich nicht äußern.

Als Bayer das Medikament im vergangenen August vom Markt genommen hatte, lag die Zahl der Todesfälle bei 52. Die Rücknahme des Cholesterinsenkern führte den Konzern in eine Krise: Bayer entgingen prognostizierte Gewinne in Millionenhöhe. Verbraucherschützer warfen dem Konzern vor, Patienten zu spät informiert zu haben.

Bayer führt die gestiegene Zahl der vermuteten Opfer "praktisch vollständig auf die Meldung von Todesfällen zurück, die bereits vor dem 8. August 2001 eingetreten, zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gemeldet worden waren", wie der Konzern mitteilte. Diese Fälle beruhten auf Spontanmeldungen mit nur begrenzter Aussagekraft. "In der überwiegenden Zahl der Fälle gilt ein Ursachenzusammenhang als äußerst unwahrscheinlich oder konnte bereits ausgeschlossen werden", hieß es weiter. Der Konzernsprecher sagte, Bayer halte die gestiegene Zahl nicht für börsenrelevant und habe sie daher nicht veröffentlicht. Der Aktienkurs fiel am Freitag in einem schwachen Marktumfeld um 1,11 Prozent auf 35,55 Euro.

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