Wirtschaft : Über die japanische Geldpolitik wird neu spekuliert

TOKIO (rtr).Spekulationen um Forderungen der USA nach einer weitergehenden Lockerung der Geldpolitik in Japan haben an den Finanzmärkten in Tokio neue Hoffnungen auf eine Zinssenkung geweckt.Das "Wall Street Journal" berichtete am Mittwoch, die US-Regierung dränge Japan zu einer Lockerung der Geldpolitik, um damit die Wirtschaft des Landes zu beleben.

Der amerikanische Botschafter in Tokio, Thomas Foley, wies den Bericht jedoch zurück und sagte, die USA hätten keine speziellen Schritte gefordert.Ungeachtet dessen verlor der japanische Yen gegenüber dem Dollar deutlich an Wert.Die anhaltende Diskussion um die Übernahme von Staatsschulden durch die Notenbank ließ die Kurse der japanischen Staatsanleihen steigen.

Das geldpolitische Entscheidungsgremium der Bank von Japan wird am Freitag über die Zinsen beschließen.Am heutigen Donnerstag bleiben die Finanzmärkte in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen.In den letzten Tagen war in Japan eine hitzige Debatte über die Änderung der Geldpolitik der Notenbank entbrannt, um damit den jüngsten Anstieg der langfristigen Zinsen zu stoppen und der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen.

Der Anstieg der langfristigen Zinsen, der sich in den höheren Renditen japanischer Staatspapiere niederschlägt, könnte die Erholung der angeschlagenen Wirtschaft gefährden.Die deutlichen Kursrückgänge am Rentenmarkt in den vergangenen Tagen waren durch die erwartete Ausgabe neuer Staatsanleihen ausgelöst worden.Die Regierung in Tokio will damit die angekündigten Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur finanzieren.Der Renditeanstieg hatte Forderungen nach einer direkten Übernahme von Schuldtiteln durch die Bank von Japan oder einem verstärkten Kauf von Staatspapieren am Sekundärmarkt ausgelöst.

Die japanische Notenbank lehnte bisher sowohl eine Zinssenkung als auch die Übernahme von Staatsschulden ab.Die Zinsen in Japan liegen bereits jetzt auf einem historischen Tiefstand von 0,5 Prozent.Der frühere stellvertretende Notenbankchef Toshihiko Fukui sagte am Mittwoch, eine direkte Zeichnung von staatlichen Schuldtiteln durch die Bank von Japan "kommt nicht in Frage".Sowohl eine Zeichnung durch die Notenbank als auch verstärkte Operationen am Sekundärmarkt hätten negative Auswirkungen.Auch eine Zinssenkung wäre unangemessen, um die langfristigen Zinsen zu manipulieren.

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