Überdurchschnittliches Passagierwachstum : Lufthansa will Standort Berlin ausbauen

Airline stellt Langstreckenverbindung in Aussicht. Vor allem die konzerneigenen Billigtöchter könnten davon profitieren.

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Setzt auf die Hauptstadt: Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr posiert anlässlich des 25. Jahrestags des Wiederanflugs Berlins durch die Lufthansa auf dem Flughafen Tegel in Berlin.
Setzt auf die Hauptstadt: Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr posiert anlässlich des 25. Jahrestags des Wiederanflugs Berlins durch...Foto: dpa

Der Lufthansa-Konzern will in Berlin womöglich noch vor Eröffnung des neuen BER-Airports in sein Langstreckennetz aufnehmen. Das hat Vorstandschef Carsten Spohr am Montag anlässlich des Erstflugs der Airline in das wiedervereinigte Berlin vor 25 Jahren angekündigt. Nach seinen Worten laufen aktuell Verhandlungen zwischen der Lufthansa- Tochter Eurowings und der Flughafengesellschaft. „Berlin wird für die Lufthansa Group künftig eine noch wichtigere Rolle spielen“, sagte Spohr. „Wir werden hier deutlich ausbauen.“

Eurowings ist die konzerneigene Billigairline, die die Lufthansa zum Langstreckenanbieter ausbauen will und dabei mit ersten Flügen von Köln/Bonn aus startet. Berlin sei ein interessanter Markt, sagte Spohr. „Da verhandeln wir.“ Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sagte, der Flughafen Tegel sei zwar an der Grenze. Hier und da seien aber noch einige Fenster frei, „die wir gern mit Langstreckenflügen füllen würden“.

In Berlin ist die Lufthansa zwar bereits stark präsent, mit 3500 Jobs in allen Konzerngeschäftsfeldern, bietet aber bislang keine Langstreckenflüge an. Die Lufthansa war 1926 in Berlin gegründet worden und hatte 1990 nach jahrzehntelanger Unterbrechung durch die Teilung den Flugbetrieb wieder aufgenommen.

Spohr zeigte sich zuversichtlich, dass die Hauptstadt mit dem BER „einen hochleistungsfähigen Flughafen“ erhält. „Wir äußern uns dazu nicht jeden Tag. Aber wir helfen, wo wir können.“ Er prophezeite Flughafenchef Karsten Mühlenfeld, dass „nach der Eröffnung bald keiner mehr über die Zeit der Verzögerungen reden wird“. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), zugleich BER-Aufsichtsratschef, würdigte das Engagement des Konzerns für die Hauptstadt. Er rief die Airline auf, zur Eröffnung des neuen Flughafens, von dem auch zusätzliche Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten erwartet werden, „ein starkes Signal und ein entsprechendes Engagement für die deutsche Hauptstadt zu setzen“. Müller riet der Lufthansa, „sich nicht auf jeden Preiskampf einzulassen, Qualität hat ihren Preis.“ 

Die Berliner Flughäfen verzeichnen seit Jahren ein rasantes, überdurchschnittliches Passagierwachstum. In diesem Jahr werden 28 Millionen Passagiere erwartet, im geplanten BER-Eröffnungsjahr 2017 bereits 34 Millionen Fluggäste. Allerdings geht die Dynamik fast allein auf Billigflieger zurück. So hat Ryanair jetzt fünf zusätzliche Maschinen in Schönefeld stationiert. Auch die Lufthansa will in diesem Segment mitmischen.

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