Wirtschaft : Überleben von Pixelpark für ein Jahr gesichert Zentrale zieht nach Köln

Neef sucht einen Investor

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Berlin (msh). Der angeschlagene Internetdienstleister Pixelpark kann nach der letzten Finanzspritze von Mehrheitsaktionär Bertelsmann und einem Sanierungspaket bis mindestens Ende 2003 überleben. Auf Basis vorsichtiger Planung reiche die Liquidität „auf jeden Fall“ bis Ende kommenden Jahres, sagte PixelparkVorstand Paulus Neef am Donnerstag. Das am vergangenen Freitag mit Bertelsmann, den Arbeitnehmern sowie dem Vermieter HVB Immobilien vereinbarte Rettungspaket nannte Neef einen „ersten wesentlichen Schritt zur Sanierung“. Die drohende Pleite sei in letzter Sekunde abgewendet worden. Einen Rückzug aus dem Unternehmen schloss Neef aus.

Der Sanierungsplan sieht vor, in Deutschland rund 150 Mitarbeiter abzubauen. Die Pixelpark-Zentrale mit dann 50 Mitarbeitern wird nach Köln verlegt. Einen Grund für den Umzug nannte Neef nicht. In Berlin bleiben 50 Beschäftigte im Bereich Technik und IT-Dienstleistungen. Nach den Plänen von Pixelpark-Gründer Neef soll die Sparte ausgegründet und als eigenständige Gesellschaft weitergeführt werden. Der Standort Hamburg wird geschlossen. Mit dem Betriebsrat vereinbarte Neef einen Sozialplan.

Bertelsmann hatte sich bereit erklärt, „letztmalig“ 3,2 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird Bertelsmann seinen Mehrheitsanteil von 60,3 Prozent auf 20 Prozent senken. Der 40-Prozent-Anteil soll laut Neef als „Sanierungsbeitrag“ dem Unternehmen zugute kommen. Das könnte heißen, dass die Einnahmen aus einem Verkauf nicht auf das Konto von Bertelsmann fließen, sondern zu Pixelpark. Die Verkaufsverhandlungen wird Pixelpark in Zukunft selbst führen. Nach der Umsetzung des Sanierungsplans rechnet sich Neef jetzt gute Chancen aus, einen Partner zu finden.

Als Grund für die Krise nannte Neef die anhaltende Nachfrageschwäche nach Internetdienstleistungen. „Pixelpark hat während des Hypes der New Economy zu schnell zu krass expandiert“, sagte Neef. Zudem mache dem Unternehmen die Konkurrenz der etablierten IT-Firmen wie IBM oder T-Systems zu schaffen. Zuletzt hätten die „öffentlichen Verkaufsverhandlungen“ das Neugeschäft fast völlig zum Erliegen gebracht. Im dritten Quartal 2002 sei der Umsatz erneut um 30 Prozent auf nur noch rund acht Millionen Euro im Vergleich zum Vorquartal eingebrochen. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres brach das Geschäft sogar um 70 Prozent ein. Aus der Krise kommen will Pixelpark mit Standardprodukten für die Gestaltung von Webseiten. „Die Zeit komplexer, teurer Angebote für Großkonzerne ist vorbei“, sagte Neef.

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