Übernahme : Blackstone kauft Hilton

Der amerikanische Finanzinvestor Blackstone zahlt 26 Milliarden Dollar für den Hotelkonzern Hilton und will die weltweit führende Hotelgruppe aufbauen.

Bernd Hops,Walter Pfaeffle
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Auch das Luxushaus Waldorf Astoria gehört zur Hilton-Gruppe. -Foto: AFP

Berlin/New YorkDer amerikanische Finanzinvestor Blackstone übernimmt den Hotelkonzern Hilton. Durch den Kauf besitzt Blackstone künftig eine der größten Hotelgruppen weltweit. Der Kaufpreis beträgt 26 Milliarden Dollar (rund 19 Milliarden Euro) inklusive 7,5 Milliarden Dollar Schulden. Der Hilton-Aufsichtsrat hat dem Geschäft bereits zugestimmt. Jetzt müssen noch die Aktionäre mitspielen, denen Blackstone 47,50 Dollar je Papier bietet – das entspricht einem Aufschlag von 40 Prozent gegenüber dem letzten Kurs vor Veröffentlichung des Deals. Außerdem müssen die Kartellbehörden die Übernahme genehmigen. In Berlin gibt es ein Hilton am Gendarmenmarkt.

Blackstone ist einer der größten Finanzinvestoren (siehe Kasten). Zu der Gruppe gehören auch Immobilien- und Beteiligungsfonds. Darüber hat Blackstone nach eigenen Angaben bereits Hotels in den USA und Europa mit insgesamt mehr als 100 000 Zimmern erworben. Mit Hilfe der Hilton-Gruppe (siehe Kasten) will Blackstone sein Engagement in der Branche weiter ausbauen – und zwar nicht nur kurzfristig. Man habe allein in die Hotelgruppe LXR in den vergangenen Jahren etwa eine Milliarde Dollar investiert, schreibt Blackstone in seiner Mitteilung zum Hilton-Kauf. Darüber hinaus sei die Marke La Quinta unter Führung von Blackstone seit Anfang 2006 um 45 Prozent ausgebaut worden. Im Zusammenhang mit der Hilton-Übernahme seien „keine signifikanten Verkäufe“ geplant, betonte Blackstone.

Jonathan Gray, Geschäftsführer bei dem Finanzinvestor, sagte: „Bei diesem Geschäft geht es darum, die führende Hotelgruppe weltweit aufzubauen.“ Es sei geplant, in das Unternehmen zu investieren und für Wachstum zu sorgen. Das Hilton-Management selber sah den Deal pragmatischer. „Unser oberstes Ziel war immer, den Shareholder-Value zu maximieren“, sagte Hilton-Vorstandschef Stephen Bollenbach.

Von dem Geschäft profitiert auch Barron Hilton. Er ist der Sohn von Conrad Hilton, der die Hotelgruppe vor 88 Jahren gründete. Barron Hilton erhält für seine 20,8 Millionen Anteile 990 Millionen Dollar. Sein Vermögen schätzt das „Forbes Magazine“ auf 1,3 Milliarden Dollar. Das Partygirl Paris Hilton, die kürzlich wegen Trunkenheit am Steuer für 23 Tage ins Gefängnis musste, ist seine Enkelin.

Die Übernahme von Hilton durch den Investor Blackstone, der vor kurzem sein Börsendebüt gefeiert und dabei mehr als vier Milliarden Dollar eingesammelt hat, wird durch eine Reihe von Banken finanziert. Laut Blackstone ist auch die Deutsche Bank dabei – neben der Bank of America, Bear Stearns, Morgan Stanley und Goldman Sachs. Nach der Übernahme will Hilton einige der bisher nur auf dem US-Heimatmarkt eingesetzten Marken wie Hilton Garden Inn und die Luxushäuser Waldorf auch in Europa nutzen – und sich wie viele andere in der Branche vor allem auf das Hotel-Management konzentrieren. Der bisherige Unternehmenschef Bollenbach wird seinen Posten zum Jahresende räumen, bleibt jedoch Ko-Vorsitzender. Sein Nachfolger wird Mathew J. Hart, der als Präsident für das Tagesgeschäft verantwortlich ist.

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