Übernahme : Continental wirbt für deutschen Standort

Im Zuge der möglichen Übernahme des Automobilzulieferers Siemens VDO liegen milliardenschwere Angebote vor. Die Übernahme durch einen ausländischen Investor soll dabei verhindert werden.

HamburgIm Bieterkampf um die Siemens-Autozuliefersparte VDO haben Continental und der US-Zulieferer TRW milliardenschwere Angebote auf den Tisch gelegt. Die Offerten in zweistelliger Milliardenhöhe seien am Wochenende vorgelegt worden, hieß es in Branchenkreisen. Nach Informationen des "Handelsblatts" bieten die Interessenten jeweils mehr als zwölf Milliarden Euro. Das Angebot von TRW, hinter dem der Finanzinvestor Blackstone steht, sei nach wie vor etwas höher als das von Conti. Die Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Börsengang wird favorisiert

Der Siemens-Aufsichtsrat will möglicherweise bereis auf seiner Sitzung am Mittwoch eine Entscheidung über die Zukunft von VDO mit seinen 50.000 Mitarbeitern treffen. Am Dienstag tagt zunächst der Siemens-Vorstand. Siemens hatte ursprünglich den Börsengang angekündigt, schließt aber inzwischen auch einen Komplettverkauf nicht aus. Der Widerstand der Arbeitnehmervertreter gegen einen VDO-Verkauf war zuletzt gebröckelt. Bei ausreichender Sicherheit der Arbeitsplätze werde man auch dem Verkauf an einen Finanzinvestor zustimmen, hatte der Siemens-Gesamtbetriebsratchef Ralf Heckmann gesagt. Favorisiert werde jedoch weiterhin ein Börsengang. Conti mit weltweit rund 81.000 Beschäftigten und Sitz in Hannover hatte bislang nach Darstellung aus Branchenkreisen elf Milliarden Euro für VDO geboten. Der Gesamtwert bei einem VDO-Börsengang liegt nach Analystenschätzungen bei rund acht Milliarden Euro.

Continental will deutschen Standort stärken

Continental hat in dem Bieterkampf auch auf das nationale Interesse verwiesen. Bestimmte Schlüsselindustrien und -technologien dürften in Deutschland nicht verloren gehen, sagte Conti-Vorstand Karl-Thomas Neumann der "Financial Times Deutschland". Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte sich aus Sorge um Jobs für einen VDO-Verkauf an Conti ausgesprochen. Die Überlegungen von Finanzinvestoren wie Blackstone seien nicht an Standorte gebunden. Blackstone und TRW wiederum werben mit Garantien für deutsche Standorte um den Zuschlag für VDO. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, Siemens sei etwa zugesichert worden, im Falle des Zuschlags "so gut wie keine Stellen" in Deutschland zu streichen. (mit dpa)

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