Wirtschaft : Übernahme-Gerücht: Ausländer liebäugeln mit Commerzbank

Karin Birk

Die Gerüchte über eine Übernahme der Commerzbank reißen nicht ab. Das ist nicht erstaunlich. Seit Monaten werden die Karten auf dem deutschen und europäischen Markt für Finanzdienstleistungen neu gemischt. Da schluckt die Allianz Versicherung die Dresdner Bank, da rücken Münchener Rück und Hypo-Vereinsbank näher zueinander, da schaut sich die Deutsche Bank nach weiteren Übernahmekandidaten um. Kein Wunder also, wenn auch die viertgrößte deutsche private Geschäftsbank, die Commerzbank, zur Diskussion steht. Zudem ist in Branchenkreisen klar, dass die Commerzbank im Alleingang keine Chance hat. In vielen Geschäftsfeldern - wie im Investmentbanking - fehlt es ihr an der kritischen Größe, sie verdient zu wenig und ihre Kosten sind zu hoch.

Doch die Commerzbank hat auch allerhand zu bieten. Das gilt vor allem für ausländische Finanzdienstleister, die ihre Position auf dem deutschen Markt verbessern wollen. Das Filialnetz der Commerzbank ist groß, und bei Privat- und Firmenkunden ist sie gut im Geschäft. Ob allerdings gerade die italienische Bank Unicredito das Rennen machen wird, ist eher ungewiss. Zu stark ist die Commerzbank über Überkreuzbeteiligungen mit Konkurrenten der Unicredito verbunden. Vor allem mit der Versicherung Generali. Auch sie war schon als ein Partner der Commerzbank im Gespräch. Noch ist nicht sicher, wer in den nächsten Wochen oder Monaten das Rennen bei der Commerzbank machen wird. Wahrscheinlich wird es eine ausländische Bank oder Versicherung, die stärker in Deutschland Fuss fassen will. Eine Übernahme oder Fusion ist der schnellste Weg auf den deutschen Markt.

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