Übernahme : Insolvenzgericht genehmigt Chrysler-Verkauf an Fiat

Der insolvente US-Autobauer darf wie geplant eine Allianz mit dem italienischen Autobauer eingehen. Fiat-Chef Marchionne besitzt nun 20 Prozent an dem neuen Unternehmen.

WashingtonDie Übernahme des insolventen US-Konzerns Chrysler durch den italienischen Autobauer Fiat hat die entscheidende Hürde genommen. Ein US-Gericht lehnte in der Nacht zum Montag zahlreiche Einsprüche gegen den Verkauf des Chrysler-Kerngeschäfts an die neue Investorengruppe unter der Führung Fiats ab. Damit biegt das Insolvenzverfahren nach weniger als 30 Tagen auf die Zielgerade ein. Das Tempo gilt als Vorbild für den US-Rivalen General Motors (GM), der voraussichtlich im Laufe des Montags Gläubigerschutz beantragt und ebenfalls ein zügiges Insolvenzverfahren anstrebt.

Das New Yorker Insolvenzgericht unter Vorsitz von Richter Arthur Gonzalez genehmigte den Verkauf des US-Kerngeschäfts für zwei Milliarden Dollar. An der neuen Unternehmensgruppe wird Fiat zunächst 20 Prozent halten, der gewerkschaftliche Gesundheitsfond 68 Prozent und die Regierungen der USA und Kanadas zwölf Prozent. Später will Fiat seine Anteile an der früheren Daimler-Tochter weiter aufstocken.

In einer schriftlichen Erklärung teilte Gonzalez mit, ohne die Genehmigung des Verkaufs wäre eine "sofortige Abwicklung" unumgänglich gewesen. Die Anwälte von Chrysler haben gewarnt, in diesem Fall würden mehr als 100.000 Stellen in der Autoindustrie verloren gehen.

Zahlreiche Gläubiger und Händler hatten kritisiert, der Verkauf laufe zu schnell ab und verstoße gegen Insolvenz-Richtlinien. Das Gericht wies diese Vorwürfe zurück. Auch die Beendigung zahlreicher Händlerverträge sei unter Gläubigerschutz rechtens, erklärte Gonzalez. Für die Händler, die gegen die Kündigung ihrer Lieferverträge geklagt hatten, setzte er jedoch eine weitere Anhörung für Mittwoch an.

Der drittgrößte US-Autohersteller hatte Ende April den Gang in die Insolvenz mit dem Ziel angetreten, nur wenige Woche unter Gläubigerschutz zu arbeiten. Durch die Allianz mit Fiat hofft der Konzern wieder auf erfolgreichere Zeiten. (kg/dpa/rtr)

ZEIT ONLINE

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