Übernahme : JCDecaux kauft Berliner Außenwerber VVR Berek

Das französische Stadtmöblierungsunternehmen JCDecaux hat den endgültigen Zuschlag zum Kauf der BVG-Tochter VVR Berek erhalten. Die Wall AG war in dem Bieterstreit unterlegen.

Berlin - Dagegen zeichnet sich derzeit keine Einigung zwischen dem französischen Außenwerbungsgiganten und dem beim Ausschreibungsverfahren unterlegenen Berliner Konkurrenten Wall AG ab. Unternehmenschef Hans Wall will den 35 Prozent-Anteil zurückkaufen, den JCDecaux an der Aktiengesellschaft hält. "Wir sehen dazu im Moment überhaupt keinen Gesprächsbedarf", sagte JCDecaux-Chef Jean-François Decaux.

BVG-Chef Andreas Sturmowski bezeichnete den Vertragsabschluss mit den Franzosen als ein "hervorragendes Geschäft". Ausschlaggebend sei das höchste Kaufangebot in Höhe von 103 Millionen Euro gewesen. Einem besonderen Anliegen der BVG habe aber auch die von JCDecaux zugesicherte Arbeitsplatzgarantie für die Beschäftigten von VVR Berek entsprochen.

Sturmowski betonte: "Die BVG hat mit JCDecaux nicht nur einen versierten Partner, sondern auch für die Stadt ein engagiertes und innovatives Unternehmen gewinnen können." Durch die Vermarktung von BVG-Werbeflächen seien die landeseigenen Verkehrsbetriebe "mit einem zweistelligen Prozentsatz" am entsprechenden Umsatz von JCDecaux beteiligt. Eine konkrete Zahl wollte Sturmowski nicht nennen.

Decaux will neue Arbeitsplätze schaffen

Decaux unterstrich, sein Unternehmen werde sich langfristig in Berlin engagieren. In den nächsten Jahren seien Investitionen in Höhe von 22 Millionen Euro in Werbeflächen geplant. Den im vorigen Jahr von VVR Berek erzielten Umsatz von 27 Millionen Euro will der Außenwerber "bis 2010 auf 60 Millionen Euro steigern". Den insgesamt 83 Mitarbeitern von VVR Berek sicherte Decaux nicht nur einen garantierten Job bis 2014 zu, sondern versprach zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Den Berliner Standort will Decaux nach eigenen Angaben als "Kompetenzcenter" für die weitere Expansion des Unternehmens in Osteuropa nutzen. Sein Unternehmen plane auch 700 der 3000 Litfaßsäulen in der Stadt zu ersetzen und die übrigen sanieren.

Wall drohte mit Umzug

Beim Ausschreibungsverfahren zum Verkauf der VVR Berek war die Berliner Wall AG unterlegen. Firmenchef Hans Wall drohte daraufhin, nach Hamburg umzusiedeln. Inzwischen hat er sich von dieser Absicht wieder distanziert. JCDecaux hält 35 Prozent der Wall AG. Hans Wall hatte dem französischen Konkurrenten kurz nach Bekanntgabe des Geschäftsabschlusses mit der BVG den Rückkauf des 35-Prozent-Anteils angeboten. Wall offerierte einen Betrag in der Größenordnung von 103 Millionen Euro, die JCDecaux für den Kauf der VVR Berek geboten hat. JCDecaux hat für seine Wall-Anteile 57 Millionen Euro bezahlt.

Decaux lehnt Walls Angebot nach wie vor kategorisch ab. Die Kontrahenten würden darüber wie vertraglich vereinbart im Jahr 2008 reden, sagte der Manager. Decaux fügte hinzu: "Der Wall AG geht es gut. Ich wäre blöd, wenn ich unsere Anteile jetzt veräußern würde." (tso/ddp)

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