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Übernahme : Karstadt-Interessenten halten sich zurück

Noch bis zum späten Nachmittag können Investoren für die Übernahme der 120 Karstadt-Häuser bieten. Doch entgegen aller Gerüchte scheint sich niemand so recht für das Kaufhauspaket zu interessieren.

David C. Lerch

Bis Freitagmittag lag kein konkretes Angebot für die Übernahme der Karstadt-Warenhäuser vor. „Bisher ist noch kein Angebot eingegangen“, sagte Hellmut Patzelt, Betriebsratschef  von Karstadt, dem Tagesspiegel. Investoren mit Interesse an einem Einstieg bei der insolventen Warenhauskette müssen bis heute um 17 Uhr ein Angebot abgeben. Dann läuft die von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg gesetzte Frist zur Abgabe von Angeboten ab.

Derzeit ist noch völlig unklar, ob es Interessenten für eine Übernahme des Pakets von 120 Warenhäusern gibt, das Görg nur als Ganzes abgeben will. Medienberichte, nach denen die Investmentbank Goldman Sachs an einer Übernahme der Warenhäuser interessiert sein soll, bestätigte Patzelt nicht. Von einem Interesse der Bank wisse er nichts. Goldman Sachs ist über eine Beteiligung an dem Immobilienfonds Highstreet an 83 der 120 Karstadt-Warenhäuser beteiligt.

Mit einem Einstieg bei Karstadt könnte Goldman Sachs versuchen, hohen Verlusten vorzubeugen, die den Karstadt-Vermietern bei einer Zerschlagung der Warenhauskette drohen würden. Nach einer bei der Gläubigerversammlung am 12. April von Görg vorgelegten Übersicht müssten sich allein die Vermieter bei einer Abwicklung der Warenhauskette auf Schäden von mehr als 1,5 Milliarden Euro einstellen. (mit dpa)

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