Wirtschaft : Übernahme: Luxushersteller Hermès steigt bei Leica ein

Der französische Luxuswarenhersteller Hermès International SCA will bei dem traditionsreichen hessischen Kamerahersteller Leica einsteigen. Wie der Vorsitzende des Vorstands der Leica Camera AG, Hanns-Peter Cohn, am Montag im mittelhessischen Solms bekannt gab, will Hermès für 30 Prozent der Leica-Aktien ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten. Dies entspreche einem Investitionsvolumen von etwa 17 Millionen Euro (umgerechnet rund 33,3 Millionen Mark).

Der französische Luxuskonzern, der unter anderem Taschen, Schmuck und modische Accessoires herstellt, will nach Angaben von Leica pro Aktie 12,50 Euro zahlen. Dieser Preis liege um etwa 30 Prozent über dem durchschnittlichen Börsenkurs der letzten Monate. Das Angebot gelte ab kommenden Mittwoch bis einschließlich 20. Dezember. Am vergangenen Freitag war die Leica-Aktie zum Börsenschluss mit 9,85 Euro gehandelt worden. Der Leica-Vorstand empfahl den Aktionären, ihre Anteilscheine gemäß dem Übernahmeangebot anzubieten. Nach Unternehmensangaben befinden sich rund 80 Prozent der Leica-Aktien in Streubesitz.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/2001 wuchs der Umsatz von Leica um 15,7 Prozent auf 141,5 Millionen Mark, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Dennoch geriet der Kamerahersteller mit einem Ergebnis nach Steuern von minus 6,7 Millionen Mark wieder in die roten Zahlen. Das Unternehmen machte für diese Entwicklung vor allem die Euro-Schwäche verantwortlich, die den Einkauf von Material und Fertigteilen in Japan verteuert habe. Für das gesamte Geschäftsjahr werde jedoch ein Gewinn erwartet. Der Gewinn werde aber langsamer wachsen als bisher angekündigt. im April hatte Leica noch einen Gewinn zwischen 5,7 und 8,6 Millionen Mark prognostiziert. Leica beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 1463 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 141 Millionen Euro (276,36 Millionen Mark) bei rund einer halben Million Euro Gewinn. 1997 und 1998 war das Unternehmen, das Anfang der 20er Jahre die erste Kleinbildkamera der Welt auf den Markt gebracht hatte, tief in die roten Zahlen gerutscht, was zum Auswechseln des Vorstandes führte. Hermès beschäftigt weltweit 4239 Mitarbeiter, die 1999 einen Umsatz von insgesamt 927 Millionen Euro erwirtschafteten. Der Gewinn lag im vergangenen Jahr bei 119 Millionen Euro.

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