Übernahme : Norddeutsche Affinerie steht zu Cumerio-Plänen

Bei der Übernahme des belgischen Kupferherstellers Cumerio bleibt die Norddeutsche Affinerie trotz kartellrechtlicher Bedenken für ihre Pläne zuversichtlich. Bis zum 5. Februar will sich die Kartellbehörde der EU entscheiden.

Hamburg/BrüsselDie Norddeutsche Affinerie (NA) bleibt trotz der schweren Bedenken der EU-Kommission gegen die Übernahme des belgischen Kupferherstellers Cumerio zuversichtlich, zügig die Freigabe der Wettbewerbsbehörden zu bekommen. In der Diskussion gehe es nur noch um ein einzelnes Produkt, teilte die Norddeutsche Affinerie AG mit. "Wir haben hierzu überzeugende Argumente und werden diese mit weiteren Fakten untermauern", berichtete der NA-Vorstandsvorsitzende Werner Marnette. Dann sei es aus seiner Sicht nur noch ein Frage der Zeit bis zum Zusammenschluss.

Die Wettbewerbshüter haben ihr Kontrollverfahren bis zum 5. Februar 2008 verlängert. NA will Cumerio für 780 Millionen Euro vollständig übernehmen. Dann wäre die NA nach Angaben der Kommission mit Abstand der größte Anbieter von Kupferformaten. Das sind Gusserzeugnisse aus reinem Kupfer. Diese Stranggussformate werden laut NA als Vorprodukte bei der Herstellung von Bändern, Blechen und Folien eingesetzt.

Grünes Licht oder Auflagen

"Sowohl bei der NA als auch bei Cumerio ist das Produkt von untergeordneter Bedeutung für die Ertragskraft", teilte die NA mit. Bei der Beurteilung des Wettbewerbs sei auch die Eigenproduktion der Kunden zu berücksichtigen. Vor einer Übernahme muss die Kommission sicherstellen, dass weder andere Unternehmen noch Verbraucher Nachteile haben. Am Ende der Prüfung dürfte entweder ein grünes Licht oder eine mit Auflagen versehene Billigung stehen.

Europas größte Kupferhütte NA hält rund 30 Prozent der Anteile von Cumerio. Die österreichische Industriegruppe A-Tec des Investors Mirko Kovats hält ebenfalls 25 Prozent an Cumerio und 15 Prozent an der NA, will den Zusammenschluss aber wohl nicht verhindern. (mit dpa)

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