Übernahmeangebot für Dax-Konzern : K+S-Aktie springt um fast 40 Prozent nach oben

Der kanadische Potash-Konzern bietet sieben Milliarden Euro für den Kasseler Düngemittel-Hersteller K+S. Die Aktie des Dax-Konzerns steigt daraufhin um fast 40 Prozent.

Begehrter Rohstoff. Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat ein Übernahmeangebot seines kanadischen Konkurrenten Potash erhalten.
Begehrter Rohstoff. Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat ein Übernahmeangebot seines kanadischen Konkurrenten Potash...Foto: Reuters/Sergei Karpukhin

Die Avancen des kanadischen Konkurrenten Potash katapultieren die Aktien von K+S nach oben. Die Aktien des deutschen Düngemittel-Herstellers stiegen am Freitag um bis zu 38,7 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 40,29 Euro. Das ist der größte Kurssprung der Unternehmensgeschichte. Dabei wechselten in der ersten Handelsstunde bereits fast sechs Mal so viele K+S-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Fast zwei Drittel des Aktienumsatzes im Dax ging auf das Konto dieses Wertes. Die in Frankfurt notierten Potash-Titel gewannen 4,1 Prozent. Die Nordamerikaner hätten K+S einen schriftlichen Vorschlag zur Übernahme aller Aktien übermittelt, teilte das Kasseler Unternehmen am Donnerstagabend mit. Insidern zufolge bietet Potash gut 40 Euro je K+S-Aktie. Eine mit der Situation vertraute Person sagte allerdings, der Dax-Konzern werde die Offerte vermutlich ablehnen. Mit insgesamt sieben Milliarden Euro werde sie als zu niedrig erachtet.

Experten erwarten, dass K+S das Angebot ablehnt

Diese Meinung vertrat auch Equinet-Analyst Michael Schaefer. Der diskutierte Preis berücksichtige nicht die Wachstumsaussichten durch die geplante Kali-Mine in Kanada. Darüber hinaus brachte Schaefer ein Gegenangebot von BHP Billiton ins Gespräch. Der Bergbaukonzern könnte mit einer Übernahme von K+S das eigene Kali-Geschäft stärken.

Eine Potash-Offerte für den Kasseler Konzern sei strategisch und wirtschaftlich sinnvoll, schrieben die Analysten von Bernstein in einem Kommentar. So sei etwa das Streusalz-Geschäft von K+S relativ stabil. Zudem könne der kanadische Konzern durch diesen Deal sein Kaligeschäft breiter aufstellen. "Wahrscheinlich ist K+S mehr wert, wenn sie zu Potash gehören, als alleine." Vor diesem Hintergrund spekulierten Anleger über weitere Fusionen in der Düngemittelbranche. Die Aktien des norwegischen K+S-Rivalen Yara gewannen an der Börse Oslo bis zu 4,3 Prozent. Die in Frankfurt notierten Titel des US-Konzerns Mosaic rückten 2,3 Prozent vor. Uralkali, bislang weltweit größter Kali-Anbieter, notierten in Moskau 0,6 Prozent fester. rtr

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