Übernahmegerüchte : Neuer Bieterkampf um Yahoo

Yahoo droht ein neuer Angriff. Mehrere Finanzinvestoren sollen eine Übernahme des Unternehmens durchrechnen.

Axel Postinett

Düsseldorf - Der Web-Konzern Yahoo muss sich erneut gegen eine Übernahme rüsten. Wie das „Wall Street Journal“ aus Kreisen erfahren haben will, rechnen mehrere Finanzinvestoren, darunter Silver Lake Partner und Blackstone Group, eine Übernahme des mit gut 20 Milliarden Dollar an der Börse bewerteten Silicon Valley-Pioniers durch. Yahoo-Aktionäre hoffen auf ein Gelingen der Attacke: Die Aktie schoss um 14 Prozent in die Höhe.

Mit an Bord der Angriffstruppe ist offenbar auch der Internetdienst AOL. Dessen Chef Tim Armstrong hat seit dem Börsengang Ende 2009 kaum Erfolge in der Umstrukturierung zum Web-, Medien- und Inhaltekonzern erzielen können. Mit Yahoo erhofft er sich Größe zu kaufen, etwa durch populäre Dienste wie Yahoo Sports oder Yahoo Entertainment. Yahoo hat zudem noch hunderte Millionen E-Mail-Kunden. Bei AOL hingegen wandern sie ab.

Die Gespräche befänden sich in einer „sehr frühen Phase“, heißt es. Auch der Medienkonzern News Corp. sei angesprochen worden. Die angeblich beteiligten Unternehmen wollten keine Stellung beziehen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet aber, dass Yahoo zwar kein Angebot vorliegen habe, jedoch vorsorglich Kontakt zur Investmentbank Goldman Sachs aufgenommen habe. Es soll eine Abwehrstrategie entwickelt werden.

Nun muss Yahoo-Chefin Carol Bartz fürchten, dass ihr Yahoo zum Steinbruch des Web 2.0 wird. Die 40-Prozent-Beteiligung an Alibaba.com könnte an die Mehrheitseigner verkauft werden, Inhaltedienste und Werbegeschäft könnte AOL übernehmen. Myspace dürfte Interesse am E-Mail-Bereich und an Messenger-Diensten haben. Die E- Mail-Sparte könnte auch für Nokia interessant sein, denn Yahoo managt im Hintergrund den mobilen Ovi-E-Mail-Dienst der Finnen. Bartz müsste jetzt den Aktionären mehr Zeit abringen, um Yahoo als Ganzes zu erhalten.

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