Übernahmekampf : REpower-Aktionäre werden umworben

Die Großaktionäre des Windanlagenherstellers REpower Systems ringen um die komplette Übernahme des Unternehmens. Das Angebot von Areva wurde jetzt von einem weiteren Konkurrenten getoppt.

Hamburg - Drei Wochen nach der französischen Areva-Gruppe veröffentlichte der indische Suzlon-Konzern ein offizielles Übernahme-Angebot an die Aktionäre zu 126 Euro je Aktie und überbot damit den Konkurrenten um 21 Euro je Anteil. Mit im Boot ist das portugiesische Unternehmen Martifer, das bereits jetzt über eine Tochtergesellschaft gut 25 Prozent an REpower hält. Als Bieter tritt die Suzlon Windenergie GmbH in Rostock auf, die zu drei Vierteln der indischen Suzlon Energy Ltd und zu einem Viertel Martifer gehört. Suzlon will in Hamburg 100 bis 200 hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Suzlon bezeichnet sich selbst als einen der weltweit führenden Hersteller von Windturbinen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als sechs Milliarden Euro und 9500 Mitarbeitern. Für den Neun-Monats-Zeitraum bis zum 30. September 2006 nennt das Unternehmen einen Umsatz von umgerechnet 832 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 180 Millionen Euro. "Es ist unser Ziel, gemeinsam mit REpower in kurzer Zeit weltweit zu den Top 3 unserer Branche zu gehören", sagte Suzlon-Chef Tulsi R. Tanti. Geplant sei eine Zwei-Marken-Strategie. Der Standort Hamburg bleibe Zentrale von REpower und werde zu einem weltweiten Zentrum für Technologie, Forschung und Entwicklung ausgebaut. Andererseits verspricht sich Tanti von einem Zusammenschluss "wesentliche Umsatz-und Kostensynergien".

REpower wurde im Jahr 2001 aus mehreren Vorgängerfirmen gegründet und ging 2002 an die Börse. Es wird geführt von dem ehemaligen Hamburger Umweltsenator und Shell-Vorstand Fritz Vahrenholt. Das Unternehmen will in diesem Jahr rund 325 Windkraftanlagen aufstellen und damit einen Umsatz von 650 Millionen Euro erreichen. Im nächsten Jahr sollen es dann 420 Anlagen und 850 Millionen Euro Umsatz werden. REpower beschäftigt im In- und Ausland rund 880 Mitarbeiter. Die Anlagen werden im REpower-Entwicklungszentrum in Rendsburg konstruiert und in den Werken Husum (Nordfriesland) und Trampe (Brandenburg) gefertigt. (tso/dpa)

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