Übernahmekampf : Tauziehen um Endesa geht in Endrunde

Im monatelangen Tauziehen um den spanischen Stromversorger Endesa hat der Energieriese Eon jetzt als alleiniger Bieter alle Trümpfe in der Hand. Konkurrent Gas Natural hat sein Angebot bereits zurückgezogen.

Düsseldorf/Madrid - Das Düsseldorfer Unternehmen reichte bei der spanischen Börsenaufsicht (CNMV) sein endgültiges Gebot für Endesa ein. Danach bestehe keine Möglichkeit mehr, die Offerte zu verändern, teilte Eon mit. Zuletzt hatte der Energieriese 34,50 Euro je Aktie oder knapp 37 Milliarden Euro für 100 Prozent des Aktienkapitals geboten. Der Mitwettbewerber Gas Natural hatte einen Tag zuvor seinen Rückzug aus dem Bietergefecht erklärt.

Für den späten Freitagabend wird die Bekanntgabe der endgültigen Kaufofferte erwartet. Branchenexperten rechnen im Vorfeld mit einer leichten Erhöhung des Gebotes. An diesem Samstag will Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat den Angebotspreis an die Endesa-Aktionäre Aktionäre vor der Presse in Madrid erläutern.

Hartes Bietergefecht bleibt aus

Den Ausstieg von Gas Natural aus dem Bietergefecht quittierte die Börse mit kräftigen Aufschlägen für die Eon-Aktie. Das Papier kletterte zeitweise auf eine Allzeithoch von mehr als 110 Euro. Den starken Anstieg erklärten Analysten damit, dass nun die Übernahme wahrscheinlicher und ein hartes abschließendes Bietergefecht ausbleiben werde.

Der spanische Mischkonzern Acciona, mit einem Anteil von 21 Prozent größter Kapitaleigner von Endesa, stellt sich allerdings bisher der Eon-Offerte entgegen. Acciona drängt auf einen höheren Preis. Ab 58 bis 59 Euro je Aktie werde sich die Führung mit einem Angebot befassen, hatte das Unternehmen vergangene Woche mitgeteilt.

Gas Natural will klagen

Unterdessen kündigte Gas Natural eine Schadenersatzklage gegen den größten Stromversorger Spaniens an. Endesa habe sich mit illegalen Mitteln gegen die Übernahme zur Wehr gesetzt und die Eon-Offerte bevorzugt, kritisierte Gas Natural nach Presseberichten. Endesa wies diese Vorwürde zurück: "Das sind Anschuldigungen eines schlechten Verlierers", sagte Endesa-Präsident Manuel Pizarro am Freitag in Madrid.

Bei der Bewertung des Eon-Angebots werde Endesa "sehr rigoros" sein, erklärte Pizarro. Der Vorstand des Unternehmens will sich an diesem Dienstag (6. Februar) zu der Offerte äußern und eine Empfehlung an die Aktionäre geben. "Endesa wird das Recht der Anteilseigner verteidigen, so viel Geld wie möglich zu bekommen", betonte Pizarro. Nach seinen Worten hatte das als feindlich eingestufte Angebot von Gas Natural kaum eine Chance. Das viel kleinere Unternehmen habe Aktien statt Bargeld geboten. "Ich bin zufrieden. Die Zeit hat uns Recht gegeben", meinte der Endesa-Chef. (tso/dpa)

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