Übernahmepläne : Gesamtmetall-Präsident: Familienunternehmen zeigen ihre Stärken

Die geplante Übernahme des Continental-Konzerns durch das fränkische Familienunternehmen Schaeffler dokumentiert nach Ansicht von Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser die Stärke deutscher Familienunternehmen.

Berlin"Gesunde Kontinuität erzeugt Dynamik", sagte Kannegiesser dem Tagesspiegel am Sonntag. "Die börsennotierten Unternehmen stehen ständig unter Darstellungs- und Begründungsdruck und müssen womöglich häufiger den Kurs ändern."

Die Finanzkrise begünstigt nach Meinung von Experten das Engagement eigentümergeführter Konzerne. "Im aktuellen Finanzmarktumfeld können Familienunternehmen ihre Stärken besser ausspielen", sagte Norbert Winkeljohann, Vorstandsmitglied des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse-Coopers, dem Tagesspiegel. Von der Öffentlichkeit unterschätzt und ohne Schlagzeilen zu machen, hätten große Familienunternehmen sehr gut verdient und verfügten heute über eine "herausragende Finanzkraft". Die Beispiele Porsche/VW oder Schaeffler/Continental zeigten, "welche beeindruckende Größenordnung die Expansionsbemühungen erreichen können". Viele Familienfirmen seien in Marktnischen gewachsen, "weil sie schneller Innovationen umgesetzt haben. Heute sind sie in vielen Bereichen Technologieführer", sagte Winkeljohann.

"Familienunternehmen konzentrieren sich sehr stark auf ihre Möglichkeiten und Ressourcen", sagte Martin Kannegiesser, selbst Inhaber eines Unternehmens für industrielle Wäschereitechnik im westfälischen Vlotho. "Mal eben eine Milliarde in den Sand setzen, womöglich durch eine waghalsige Akquisition, das kann sich ein Familienunternehmen nicht leisten." Allerdings hätten Familienunternehmen unter Umständen auch eine besondere Schwäche: "Die Achillesferse ist die Nachfolgefrage", sagte Kannegiesser. (Tsp)

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