Wirtschaft : Überwiegend trübe Konjunktur-Aussicht

BERLIN (Tsp).Außenwirtschaftliche Störungen und Unsicherheiten über den Kurs der Wirtschaftspolitik trüben die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ein.Auch die Erwartungen ans kommende Jahr sind pessimistischer geworden, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln berichtet.An seiner traditionellen Jahresumfrage haben sich in diesem Jahr 42 Wirtschaftsverbände aus Industrie, Bauwirtschaft, Handwerk, Handel und übrigen Dienstleistungen beteiligt.

Vor allem die export-orientierten Branchen schätzen die weitere Wirtschaftsentwicklung demnach skeptischer ein als noch vor einem Jahr.Im Baugewerbe und bei seinen Zulieferern scheine sich zwar zumindest in Westdeutschland das Ende der vierjährigen Talfahrt abzuzeichnen.Aber von einem Aufschwung könne noch keine Rede sein.Auch in den verbrauchsnahen Branchen überwögen, so das arbeitgebernahe IW, die pessimistischen Urteile.

Zum Jahreswechsel ist demzufolge die Stimmung in 20 der 42 Branchen trüber als bei der Umfrage vor einem Jahr.Damit habe sich die Zahl der Skeptiker binnen Jahresfrist vervierfacht, stellen die Wirtschaftsforscher fest.Zu den Skeptikern zählten große Exportbrachen wie der Maschinen- und der Fahrzeugbau, die Chemie- und die Elektroindustrie.Auch der Bankensektor schätze die Zukunft eher düster ein.

Der Saldo aus zuversichtlichen und skeptischen Branchen hat sich dem IW zufolge von plus 16 auf minus zehn verschlechtert.Einen derart massiven Stimmungseinbruch registrierte die IW-Umfrage zuletzt 1995.Dem Institut zufolge haben viele Unternehmen wegen Unsicherheiten über den weiteren wirtschaftspolitischen Kurs und eines sich verschärfenden Wettbewerbs geplante Investitionen zurückgestellt.Auch hielten sie sich die Option einer Verlagerung von Investitionen ins Ausland offen.Allerdings erwarteten nur sieben (Vorjahr: fünf) Branchen einen Rückgang der Investitionen.

Entsprechend der allgemeinen Stimmungslage werde auch bei der Beschäftigungsentwicklung keine Besserung gesehen, teilten die Ökonomen mit.Nur vier (Vorjahr: sechs) Branchen (Gummiverarbeitung, Handwerk, Speditionen, Tourismus) rechnen für das kommende Jahr mit einem Beschäftigungszuwachs.Dagegen glaubten 20 an einen Beschäftigungsrückgang - so viele wie vor einem Jahr.

Dem Umfrageergebnis zufolge sehen jetzt nur noch neun (21) Branchen ein besseres Stimmungsbild in ihrem Wirtschaftszweig als vor einem Jahr.13 (15) beurteilen die Lage unverändert, während 19 (fünf) die Situation schlechter einschätzen.

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