Wirtschaft : Umbau mit Verzögerung

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Unter der Einführung von Hartz IV leidet der Umbau der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu einem modernen Dienstleister. Weil alle Kräfte sich darauf richten, die pünktliche Auszahlung des neuen Arbeitslosengeldes II zum Jahresbeginn 2005 sicherzustellen, muss die Reform der Mammutbehörde erst einmal zurückstecken. Bis Ende 2005 sollen alle 180 Arbeitsagenturen bundesweit in neue Kundenzentren umgewandelt werden – ein Jahr später, als ursprünglich geplant. Derzeit arbeiten erst 18 Agenturen nach den neuen Prinzipien. Die Vermittler werden im neuen Kundenzentrum von Routinetätigkeiten entlastet und haben so mehr Zeit für die Vermittlung. Die Arbeitslosen müssen nicht mehr lange auf den Fluren warten, weil sie feste Termine mit ihren Beratern vereinbaren oder aber einfache Fragen gleich im Eingangsbereich klären können, wo sie auch Unterlagen abgeben können. Um die Arbeitgeber kümmern sich in den Kundenzentren spezielle Ansprechpartner.

VERMITTLUNG

Der Generalsekretär des Handwerksverbands ZDH, Hanns-Eberhard Schleyer, bedauert, dass es der BA bisher noch nicht gelingen konnte, sich auf ihre eigentliche Kernaufgabe – die Vermittlung – zu konzentrieren. „Dieses Ziel ist noch längst nicht erreicht“, beklagt Schleyer. Von den mehr als 90000 BA-Beschäftigten seien nur 12500 mit der Vermittlung beschäftigt. Schleyer kritisierte, dass der Gesetzgeber die Mitarbeiter mit überzogenen Verwaltungspflichten überfordere und auch daher in den vergangenen beiden Jahren die Vermittlungstätigkeit ständig zurückgegangen sei. „Was damals den Skandal auslöste, ist heute nicht besser, sondern eher noch schlechter geworden“, stellt er fest. „Da muss sich dringend etwas ändern.“ ce

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