Wirtschaft : Umbau stützt British Telecom

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Beim britischen Telefonkonzern British Telecom (BT) greifen die Sanierungsmaßnahmen der letzten Monate. Der radikale Konzernumbau, die Abspaltung der Mobilfunktochter MMO2 und die Konzentration auf den Heimatmarkt verhalfen dem Unternehmen zu einem kräftigen Gewinnsprung. In den Monaten April bis Juni 2002 – dem ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres – stieg das Ergebnis vor Steuern und Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 61 Prozent auf 322 Millionen Pfund. Der Gewinn je Aktie stieg sogar um rund 92 Prozent.

Die BT-Umsätze legten allerdings im ersten Quartal 2002 nur marginal um zwei Prozent auf 4,59 Milliarden Pfund zu. BT-Chef Ben Verwaayen gab bei der Vorstellung der Ergebnisse zu, dass der Zuwachs geringer als erwartet gewesen sei.

BT galt Anfang der 90er Jahre noch als Musterbeispiel für einen erfolgreich privatisierten Ex-Monopolisten. Die Krise am Telekommunikationsmarkt traf BT jedoch wegen schwerer Managementfehler härter als die meisten Konkurrenten. BT hatte es versäumt, bei der internationalen Expansion Mehrheitsbeteiligungen zu erwerben und überhöhte Preise bezahlt. Um den drückenden Schuldenberg zu reduzieren, spaltete BT seinen Mobilfunkarm MMO2 komplett ab und brachte ihn an die Börse. Verlustträchtige Auslandsbeteiligungen wurden abgestoßen oder geschlossen. Der Schuldenberg sank in den vergangenen zwölf Monaten um rund ein Viertel auf 13,4 Milliarden Pfund.

BT ist nach seiner Umstrukturierung das einzige große europäische Telekommunikationsunternehmen, das sich auf das Festnetzgeschäft konzentriert. BT-Chef Verwaayen setzt, um weiteres Wachstum zu erzielen, auf die Vermarktung von Breitbandanschlüssen. Die Konzentration wird von der Börse allerdings nicht honoriert. Am Donnerstag gab die BT-Aktie in London bis zum Abend um knapp sechs Prozent nach. hop

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