Umbau : Telekom will Festnetz und Mobilfunk bündeln

Festnetz und Mobilfunk sind das Kerngeschäft der Telekom - doch das lahmt. Abhilfe soll nun offenbar die Zusammenlegung beider Bereiche schaffen.

Bonn Die Deutsche Telekom steht Konzernkreisen zufolge vor einem tiefgreifenden Umbau. Geplant sei, das Festnetz- und Mobilfunkgeschäft in Deutschland mittelfristig zusammenzuführen, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch aus den Kreisen. Hintergrund sei die gute Erfahrung bei Vertrieb und Kundenservice. Seit 2006 liegt die Verantwortung für diese Bereiche auch für T-Mobile Deutschland bei T-Home-Chef Timotheus Höttges.

Die Telekom kämpfte zuletzt auf dem Heimatmarkt mit einem schrumpfenden Festnetz- und Mobilfunkgeschäft. Die Pressestelle der Telekom wollte die Spekulationen zunächst nicht kommentieren. Der Umbau könnte aber schon in der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag und damit einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz ein Thema sein, hieß es in den Kreisen am Mittwoch.

Kein "Personalabbauprogramm"

Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, die Bonner wollten die Verantwortung für das deutsche Festnetz- und Mobilfunkgeschäft in einem eigenen Vorstandsressort bündeln. Der Chef der neuen Deutschland-Sparte wäre damit für rund die Hälfte des Konzernumsatzes von gut 60 Milliarden Euro verantwortlich. Im operativen Geschäft wäre das der mächtigste Posten neben dem Vorstandsvorsitzenden René Obermann.

Auch das "Handelsblatt" hatte am Mittwoch über einen Umbau des Deutschlandgeschäfts berichtet. Aus den Kreisen hieß es, die Idee sei, vor allem im Privatkundengeschäft stärker auf Regionen zu setzen. Bislang werden das Festnetz- und Mobilfunkgeschäft getrennt und länderübergreifend geführt. Der Umbau sei kein "Personalabbauprogramm". Laut "Handelsblatt" dürften allerdings mehrere Managementposten überflüssig werden.

Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2006 hatte Vorstandschef Obermann den Konzernvorstand schon einmal radikal umgebaut. Der "FTD" zufolge könnte der Konzernumbau im Zusammenhang mit der Neubesetzung des Finanzvorstands stehen. Denn inzwischen gilt in Konzernkreisen als sicher, dass T-Home-Chef Timotheus Höttges auf den Posten wechselt. Der bisherige Finanzchef Karl-Gerhard Eick übernimmt Anfang März die Führung beim Essener Handelskonzern Arcandor. (sf/dpa)

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