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Wirtschaft : Umfrage des Ifo-Instituts - Klima in der westdeutschen Industrie verbessert sich weiter - Negatives Ergebnis in Ostdeutschland

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In den einzelnen Bereichen der deutschen Wirtschaft driftet die Konjunktur immer stärker auseinander. Nach der jüngsten Umfrage des Münchener Ifo-Instituts für September hat sich das Geschäftsklima in der westdeutschen Industrie weiter verbessert. Im westdeutschen Bauhauptgewerbe hat sich die leichte Stimmungsverbesserung der letzten Monate dagegen nicht fortgesetzt. Außerdem sackte der Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel der alten Länder dramatisch ab.

In Ostdeutschland hat sich die Stimmung in allen drei Wirtschaftsbereichen im September eingetrübt, am stärksten in der Bauwirtschaft. Positiver als im Vormonat äußerte sich dagegen der Großhandel in Ost und West. Für den Klimaindex der gesamten gewerblichen Wirtschaft bedeutete dies eine Stagnation im Westen und einen deutlichen Rückgang im Osten.

Die Konjunkturbelebung scheint sich vor allem auf die westdeutsche Industrie zu konzentrieren. Sie wartete im September mit einer nun fast ausgeglichenen Beurteilung der aktuellen Lage auf. Außerdem gewinnen die Optimisten, die mit einer weiteren Verbesserung in den nächsten sechs Monaten rechnen, immer mehr die Oberhand. Auch beim Export werden die Aussichten positiver eingeschätzt. Der zusammenfassende Klimasaldo der positiven und negativen Firmenmeldungen erhöhte sich deshalb saisonbereinigt von plus 2,0 auf plus 3,8 Prozentpunkte. Er bewegt sich seit zwei Monaten wieder im positiven Bereich und ist erstmals seit Juni 1998 wieder höher als ein Jahr zuvor.

Die Kapazitätsauslastung stieg in der West-Industrie erneut und zwar von saisonbereinigt 85,1 Prozent im Juni auf 86,0 Prozent im September. Der Vorjahreswert von 86,6 Prozent wurde nur knapp verfehlt. Laut Ifo planen die Unternehmen, in den nächsten Monaten ihre Produktion auszuweiten. Die Nachfrage soll sich im September günstig entwickelt haben.

In der ostdeutschen Industrie hat sich das Geschäftsklima nach vorübergehender Erholung im September wieder abgekühlt. Der Saldo der positiven und negativen Stimmen, der im August leicht die Nulllinie (plus 0,6 Punkte) übersprungen hatte, rutschte mit minus 2,6 Prozentpunkten wieder darunter. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten erhielten ungünstigere Beurteilungen. Die Kapazitätsauslastung verringerte sich von 82,6 Prozent auf 82,2 Prozent und lag knapp unter Vorjahresniveau (82,7 Prozent). Fortschritte werden laut Ifo aber im Export erwartet. Die Auftragseingänge seien im September verhalten gestiegen.

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