Umfrage des VDU : Unternehmerinnen schätzen sich anders ein als männliche Chefs

Laut einer Umfrage achten Frauen an der Unternehmensspitze mehr auf soziale Verantwortung und Sicherheit als Männer. Beim Thema Investitionen nennen sie vor allem ein Hemmnis: Die Politik.

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Die VdU-Präsidentin Stephanie Bschorr stellte die Umfrage des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen (VdU) am Dienstag in Berlin vor Foto: dpa
Die VdU-Präsidentin Stephanie Bschorr stellte die Umfrage des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen (VdU) am Dienstag in Berlin vorFoto: dpa

Frauen achten an der Unternehmensspitze mehr auf Sicherheit und soziale Verantwortung als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VDU) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank, die am Dienstag vorgestellt wurde. Demnach sagten 69 Prozent der 422 VDU-Mitglieder von sich, dass sie ein anderes Investitionsverhalten hätten als ihre männlichen Kollegen. Diese Einschätzung teilte auch fast die Hälfte der Vergleichsgruppe von 207 überwiegend männlichen Entscheidern aus dem Mittelstand.

Sie bezeichneten die weiblichen Geschäftsentscheidungen als vorsichtiger, überlegter und langfristiger orientiert – aber auch sozialer. Dazu passt die Angabe von 84 Prozent der Unternehmerinnen, dass sie den Erhalt von Arbeitsplätzen auch dann anstreben, wenn dies den Gewinn beeinträchtigt.

Einstellungen der Unternehmerinnen

Nach ihren Einstellungen gefragt, sagten die Frauen außerdem, dass sie detailliert planten, Wachstumsziele langfristig anlegten und Risiken möglichst gering hielten. Zudem trage das Networking ihrer Meinung nach wesentlich zum Erfolg eines Unternehmens bei. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, würden die Unternehmerinnen in erster Linie auf flexible Arbeitszeiten (70 Prozent) und Teilzeitmodelle für Männer und Frauen setzen (50 Prozent).

Die größten Hemmnisse der Frauen

Die größten Investitionshemmnisse sehen die Unternehmerinnen in bürokratischen Vorschriften (62 Prozent) und der Abgaben- und Steuerlast (49 Prozent). „Ein Grund ist, dass es in der Regierung mit dem Wegfall der FDP keine Vertretung wirtschaftspolitischer Interessen gibt“, sagte die Verbandspräsidentin Stephanie Bschorr. Nur fünf Prozent der befragten Frauen denken, dass sich die Investitionsbedingungen unter der Großen Koalition verbessern. Ein gutes Drittel von ihnen glaubt an eine Verschlechterung.

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