Umfrage : Top-Manager enttäuscht von der großen Koalition

Die große Koalition ist bei den Top-Managern unten durch. Das Ansehen von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat schwer gelitten. Die SPD wird mittlerweile von der Wirtschaft in der Koalition als bestimmende Kraft wahrgenommen.

Berlin - Nach dem in Berlin vorgestellten aktuellen "Capital-Elite-Panel" zeigten sich 77 Prozent der Bosse aus Wirtschaft und Politik von der Arbeit der Koalition enttäuscht, das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Juli und 49 Punkte mehr als im März 2006. Nur noch 38 Prozent der Führungsspitzen insgesamt und ein Drittel der Wirtschaftskapitäne halten Merkel für eine starke Kanzlerin, vor vier Monaten waren es noch 57 Prozent.

"Die Wirtschaft hat von einer CDU-geführten Regierung sehr viel erwartet", erläuterte Allensbach-Chefin Renate Köcher die Ergebnisse der Umfrage unter 637 repräsentativ ausgewählten Führungsspitzen. Nun sei eine "Phase der Ernüchterung" eingetreten. Ausdruck dafür sei auch die wachsende Entfremdung zwischen Wirtschaft und Politik. Während sich 50 Prozent der Politik-Elite mit der Wirtschaftspolitik der großen Koalition "im Großen und Ganzen zufrieden" zeigten, waren dies bei den Unternehmenslenkern nur 22 Prozent.

In der Umfrage für die Zeitschrift "Capital" erhielt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die besten Noten aller Minister im Kabinett Merkel. 95 Prozent der Befragten meinten, Steinmeier mache eine gute Arbeit, ein neuer Spitzenwert im "Elite-Panel". Mit einem Plus von 16 Punkten auf 88 Prozent kam Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) auf Platz zwei. "Für einen Finanzminister eine ganz ungewöhnliche Bewertung", betonte Köcher. Deutliche Zuwächse gab es auch für Innenminister Wolfgang Schäuble und Familienministerin Ursula von der Leyen (beide CDU), Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) musste dagegen Einbußen hinnehmen. (tso/ddp)

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