Umfrage unter Führungskräften : Manager lieben Merkel

Gut die Hälfte der deutschen Führungskräfte sind mit der schwarz-gelben Regierung zufrieden, zeigt das Capital-Elite-Panel. Allerdings zweifeln sie am Kurs der EZB.

von
Peer Steinbrück und Angela Merkel Seite an Seite.
Unter den Führungskräften verliert Steinbrück, Merkel gewinnt.Foto: dpa

Berlin - Für Angela Merkel, die am Mittwoch 59 wurde, waren die Zahlen eine Art Geburtstagsgeschenk: 90 Prozent der deutschen Führungskräfte halten sie für eine starke Kanzlerin. Das geht aus dem Capital-Elite-Panel hervor, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt worden ist. Halbjährlich befragt das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Magazins rund 750 Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik.

Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher sagte, die positiven Werte seien überraschend. Noch vor drei Jahren beurteilten die Manager die Politik der Regierung deutlich schlechter. Nur sechs Prozent waren damals mit Schwarz-Gelb zufrieden, heute sind es über 50 Prozent. Merkel selbst kann in fast allen abgefragten Bereichen punkten: 88 Prozent der Führungskräfte glauben, dass sie den Kurs der CDU bestimmt, fast ebenso viele schätzen sie als durchsetzungsfähig und als eine kluge Strategin ein. Nur für charismatisch halten die Kanzlerin lediglich 14 Prozent der Befragten.

Merkels Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) verliert dagegen. Nur zwei Prozent meinen, er bestimme den Kurs in seiner Partei. Noch weniger glauben, er habe politisches Fingerspitzengefühl. 66 Prozent halten ihn immerhin für kompetent. So groß, sagt Köcher, seien die Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten noch nie gewesen. Entsprechend hofft die Mehrheit der deutschen Chefs (55 Prozent) auch auf eine Fortführung der schwarz-gelben Koalition. Nur 24 Prozent wünschen sich eine große Koalition, neun Prozent setzen auf Rot-Grün.

Es sind gleich mehrere Faktoren, die der SPD zu schaffen machen. Zum einen kommen die Pläne der Sozialdemokraten, einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent auf Einkommen ab 100 000 Euro einzuführen, bei den deutschen Managern gar nicht gut an. 82 Prozent von ihnen halten das für den falschen Weg. Außerdem würde immer noch die Diskussion um Steinbrücks Nebeneinkünfte nachwirken. „Für das SPD-Klientel ging es dabei um Summen, die jenseits ihrer Vorstellungskraft waren“, sagt Köcher.

Gleichzeitig hätten mittlerweile weniger Manager den Eindruck, dass FDP und CDU sich inhaltlich uneins sind. Die Liberalen haben in der Umfrage deutlich aufgeholt. Sprachen sich im März 2012 nur 21 Prozent der Manager für eine Beteiligung der FDP an der nächsten Bundesregierung aus, sind es jetzt bereits 69 Prozent.

Unabhängig davon, wie die Bundestagswahl ausgeht, blicken die Führungskräfte mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. 73 Prozent sind skeptisch, ob der schlimmste Teil der Krise schon überstanden ist. Auch zweifeln 50 Prozent der deutschen Manager daran, dass die EZB bei der Euro-Rettung den richtigen Kurs fährt. Die Mehrheit von ihnen teilt die Bedenken der Bundesbank und hält es für kritisch, dass die Zentralbank unbegrenzt Anleihen überschuldeter Staaten aufkaufen will. Gleichzeitig ist das Vertrauen in den Euro allerdings gestiegen – von 49 Prozent im Dezember 2011 auf 62 Prozent heute. Carla Neuhaus

Autor

17 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben