Umsatz geht zurück : Karstadt enttäuscht zu Weihnachten

Der Ansturm blieb aus: In der Vorweihnachtszeit kamen sogar weniger Kunden zu Karstadt als in den Monaten davor. Ein enttäuschendes Ergebnis für den Konzern, der gerade versucht, sich neu zu erfinden.

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Große Herausforderungen warten auf die neue Karstadt-Chefin.
Große Herausforderungen warten auf die neue Karstadt-Chefin.Foto: pa/dpa

Berlin - Die Karstadt-Mitarbeiter hatten sicher auf bessere Neuigkeiten gehofft: Die 83 verbliebenen Warenhäuser in Deutschland haben im vergangenen Quartal ein enttäuschendes Ergebnis eingefahren und nicht vom Weihnachtsgeschäft profitieren können. Wie Personalchef Kai-Uwe Weitz seinen Mitarbeitern am Mittwoch schriftlich mitteilte, ging der Umsatz im Zeitraum Oktober bis Dezember verglichen mit dem Vorquartal sogar um 2,3 Prozent zurück. Ein Karstadt-Sprecher bestätigte am Mittwoch die Angaben. Absolute Zahlen wurden nicht genannt.

Kai-Uwe Weitz führt in Essen die Geschäfte, bis die neue Chefin und vormalige Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt am 24. Februar ihr Amt antritt. Dem Mitarbeiterbrief zufolge konnte lediglich im Bereich Mode ein nennenswerter Zuwachs verbucht werden, speziell Kinderkleidung und Schuhe (plus 14 und plus sieben Prozent) liefen gut. Dass das Gesamtergebnis so dürftig ausfiel, führt der angeschlagene Konzern unter anderem darauf zurück, dass man sich vom Media-Geschäft verabschiedet hat, das vor Weihnachten traditionell stark ist. Für das neue Geschäftsjahr erwarte er aber eine deutliche Ergebnisverbesserung, schreibt Weitz an seine Angestellten. So wolle der Konzern unter anderem seine Warenbestände besser managen, stärker mit Lieferanten verhandeln und auf diese Weise die Gewinnmarge pro verkauftem Artikel steigern, hieß es aus Mitarbeiterkreisen.

Negativ entwickelte sich auch das Online-Ergebnis, das 0,6 Prozent rückläufig war. Bei Ikea hat sich die künftige Karstadt-Chefin zuletzt stark auf das Onlinegeschäft konzentriert. Auch bei Karstadt wolle sie Filial- und Online-Verkaufsaktivitäten stärker verknüpfen, hatte sie angekündigt. "Karstadt muss schnell wieder profitabel werden." Das scheint keine leichte Aufgabe zu werden. Der Investor Nicolas Berggruen hatte Karstadt 2010 für den symbolischen Preis von einem Euro aus der Insolvenz übernommen. Die prestigeträchtigen Premium-Häuser KaDeWe, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München wurden inzwischen ausgegliedert und haben eine eigene, neue Leitung. Auch die Sporthäuser wurden vom Kerngeschäft getrennt.

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