Wirtschaft : Umsatz legt um sechs Prozent zu - Der Aktienkurs klettert gegen den Trend deutlich nach oben

Der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon hat 1999 operativ sein bisher bestes Ergebnis erzielt und damit sowohl die eigenen Schätzungen erfüllt als auch die Erwartungen der Analysten teils übertroffen. Das Betriebsergebnis habe nach vorläufigen Zahlen mit 942 (Vorjahr 814) Millionen Mark einen neuen Rekordwert erreicht, teilte der Konzern am Montag in Herzogenaurach mit. Der Jahresüberschuss habe sich auf 445 (401) Millionen Mark erhöht. Adidas hatte den Anstieg auf zehn bis 15 Prozent veranschlagt. An die Aktionäre will Adidas 1,80 (1,65) Mark je Aktie ausschütten.

Das Vorsteuerergebnis sei ebenfalls auf eine Rekordhöhe von 779 (624) Millionen Mark gestiegen, hieß es. Der Umsatz übersprang den Angaben zufolge mit 10,5 (9,907) Milliarden Mark erstmals die Zehn-Milliarden-Marke und legte damit um sechs Prozent zu. Das Unternehmen selbst hatte mit einem Anstieg um höchstens zwei Prozent gerechnet.

Die Börsianer reagierten positiv auf die Zahlen. Im Aktienhandel zogen Adidas in einem ansonsten schwachen Umfeld kräftig an. Der in den letzten Wochen stark gesunkene Adidas-Kurs stieg in der Spitze um mehr als acht Prozent auf ein vorläufiges Tageshoch von 62,35 Euro und notierte gegen 14.00 Uhr mit 59,95 Euro immer noch 4,4 Prozent im Plus. Die Aktie sei zuletzt etwas "überverkauft" gewesen und habe stark gelitten, erklärten Analysten den Anstieg. Endgültige Zahlen will Adidas am 2. März bekannt geben.

Analysten sagten zu den Zahlen, das Ergebnis habe über ihren Erwartungen gelegen. Petra Horn von Sal. Oppenheim in Frankfurt erklärte, das Umsatzwachstum des Unternehmens habe ihre Schätzungen übertroffen. Die Verbesserung des operativen Ergebnisses sei allerdings stark vom Rohertrag beeinflusst. Die in der Textilbranche viel beachtete Rohertragsmarge hatte sich bei Adidas 1999 um zwei Prozentpunkte auf 43,9 (41,9) Prozent erhöht. Im laufenden Jahr werde sich diese Quote nicht halten lassen.

Auch das Umsatzwachstum dürfte sich laut Horn im laufenden Jahr auf zwei Prozent beschränken. Der 1999 um zwei Prozent gestiegene Auftragseingang zeige zwar positive Tendenz, doch werde sich der US-Markt weiter schwach entwickeln.

Nach neun Monaten hatten die Orders nur auf Vorjahresniveau gelegen. An der Einstufung der Aktie als "Halten" will Horn nichts ändern. Das vom designierten Adidas-Chef Herbert Hainer kürzlich avisierte Restrukturierungsprogramm sei positiv zu werten, aber auch "dringend notwendig" gewesen. Das Programm wird nach den Worten Hainers den Gewinn in diesem Jahr um 20 Prozent drücken, in den drei darauf folgenden Jahren aber für ein Wachstum von 15 Prozent sorgen.

Dass das Ergebniswachstum nach Steuern hinter dem Anstieg des Gewinns vor Steuern zurück blieb, begründete Adidas mit einer gestiegenen Steuerquote und den wesentlich höheren Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter. Ein Sprecher erklärte, in Italien und Korea, wo Adidas in Gemeinschaftsunternehmen mit anderen Herstellern zusammenarbeitet, sei das Geschäft besser gelaufen als zuletzt. Die operativen Kosten stiegen den Angaben zufolge um neun Prozent.

Wie weiter mitgeteilt wurde, soll vom Jahr 2001 an durch ein "Wachstums- und Effizienz-Programm" der Gewinn pro Jahr um rund 15 Prozent gesteigert werden. Dies hat der Aufsichtsrat bereits Ende Januar beschlossen. Dabei soll das Unternehmen umstrukturiert, die weltweite Beschaffungsorganisation flexibler, schneller und kostengünstiger gestaltet und der Einstieg ins E-Commerce beschleunigt werden.

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