Wirtschaft : Umsatzeinbruch bei der Bundesdruckerei Geringere Erlöse nach Abschluss

der Euro-Einführung

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Berlin (msh). Der Umsatz der Bundesdruckerei ist im vergangenen Jahr erwartungsgemäß eingebrochen. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel auf 212,2 Millionen Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen den Abschluss der Erstausstattung mit EuroBanknoten und geringere Umsätze mit Personaldokumenten wie Reisepässen und Ausweisen. Der Verlust vor Steuern lag bei 62,1 Millionen Euro. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch hohe Aufwendungen für die Restrukturierung des Unternehmens und den Verkauf der verlustbringenden Tochtergesellschaft Orga. Die Orga produzierte Chipkarten insbesondere für Handys, hatte aber die Marktentwicklung völlig falsch eingeschätzt und viel zu große Kapazitäten aufgebaut. Mit dem Verkauf Ende März sei ein „beachtliches Ergebnisrisiko“ abgestoßen worden, erklärte das Unternehmen. Allerdings belastet der Orga-Verkauf die Muttergesellschaft der Bundesdruckerei, die Authentos-Gruppe, erheblich. Authentos muss nach dem Verkauf in der Bilanz Firmenwerte in Höhe von 416,2 Millionen Euro abschreiben.

Die Bundesdruckerei wolle sich künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, erklärte Geschäftsführer Ulrich Wöhr. Dazu gehöre auch der Schritt, von der Muttergesellschaft die britische SPS zu übernehmen, die in Großbritannien eine ähnliche Rolle spielt wie in Deutschland die Bundesdruckerei. Für das Jahr 2003 rechnet die Bundesdruckerei mit einem weiter rückläufigen Umsatz auf rund 200 Millionen Euro. Trotzdem soll der operative Gewinn durch Kostensenkungen steigen. Bis Ende 2003 soll die Zahl der Beschäftigten um rund 330 reduziert werden. Zum Jahresende 2002 beschäftigte die Bundesdruckerei noch 1650 Mitarbeiter.

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