Umsatzplus von 3 Prozent : Post zahlt höhere Dividende

Für 2015 peilt Post-Vorstandschef Appel drei bis acht Prozent Gewinnsteigerung an. Zielmarke sind aber acht, deshalb will er weiter Kosten sparen - bei den Paketzustellern. Und riskiert damit, den Konflikt mit Verdi zu verschärfen. Gleichzeitig kündigte er eine höhere Dividende für die Aktionäre an.

Vorstandschef der Post: Frank Appel.
Vorstandschef der Post: Frank Appel.Foto: dpa

Die Paketflut zu Weihnachten und das sprudelnde Expressgeschäft halten die Deutsche Post auf Kurs. Doch der Konzern muss sich für die geplante Gewinnsteigerung von jährlich acht Prozent bis 2020 ordentlich strecken: Vorstandschef Frank Appel peilt für 2015 lediglich knapp drei bis acht Prozent an. „Heute Gewinne zu erzielen und erfolgreich zu sein, ist keineswegs eine Garantie für die Zukunft“, sagte er am Mittwoch in Bonn.

Bei einem Umsatzplus von gut 3 Prozent auf 56,6 Milliarden Euro erwirtschaftete der Konzern unter dem Strich einen Nettogewinn von nahezu unverändert 2,1 Milliarden Euro. Zugleich dürfen sich die Aktionäre über eine höhere Dividende freuen. Die Ausschüttung soll um 5 Cent auf 85 Cent je Aktie erhöht werden. In einem herausfordernden Umfeld habe die Post solide abgeschnitten, erklärte Appel.

Kosten sparen will der gelbe Riese unter anderem durch eine Auslagerung von Paketzustellern in 49 Regionalgesellschaften. Dort sollen niedrigere Gehälter gezahlt und so der Lohnabstand zu den Konkurrenten verringert werden. Mit der Gewerkschaft Verdi liegt die Post deshalb im Streit.

Unterdessen reagierte die Post-Aktie auf die Geschäftszahlen mit einem Kursabschlag. Zum Handelsstart an der Frankfurter Börse verlor das Papier rund vier Prozent.


Im laufenden Jahr will der Konzern seinen operativen Gewinn auf bis auf 3,2 Milliarden Euro steigern. Analysten hatten sich allerdings etwas mehr erhofft - auch wegen der mittelfristigen Ziele von jährlich 8 Prozent, die sich Appel und seine Vorstandskollegen im vergangenen Jahr selbst gesetzt hatten. Da der Konzern dieses Ziel 2014 und voraussichtlich auch 2015 verfehlt, muss es in den Folgejahren deutlich stärker aufwärtsgehen. Für 2016 peilt die Post weiterhin 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro an.

Dabei setzen die Bonner besonders auf die boomenden Geschäftssparten. In dem Bereich Post, eCommerce, Parcel (PeP), in dem das Unternehmen sein Briefgeschäft auf dem Heimatmarkt, das Paketgeschäft in Deutschland und Nachbarländern, seine Internet-Angebote samt E-Postbrief sowie seinen Fernbus-Ableger gebündelt hat, soll der Gewinn mindestens auf dem erreichten Niveau von 1,3 Milliarden Euro gehalten werden. (dpa)

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