Wirtschaft : Umsetzung von Hartz IV läuft schleppend Aufbau der Arbeitsgemeinschaften noch nicht fertig

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Berlin Auch fast vier Monate nach dem Start der Hartz-IV-Reform sind noch nicht alle Arbeitsgemeinschaften, die seit Januar 2005 für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen zuständig sind, voll einsatzfähig. „Der Aufbau der 343 Arbeitsgemeinschaften ist zu 75 Prozent abgeschlossen“, sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit am Montag in Berlin. Das liege auch daran, dass die Verträge mit rund 100 Arbeitsgemeinschaften erst im Dezember letzten Jahres unterschrieben worden seien. Die Arbeitsgemeinschaften – ein Zusammenschluss von Sozialämtern und Arbeitsagenturen – betreuen rund 2,6 Millionen Arbeitslosengeld-II-Empfänger.

Derzeit sind in den Gemeinschaften 18000 Mitarbeiter der Bundesagentur und 12000 aus den Kommunen beschäftigt. Obwohl die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger höher ist als von der Nürnberger Behörde ursprünglich angenommen, sei nicht geplant die Mitarbeiterzahl in den Arbeitsgemeinschaften zu erhöhen, sagte Weise. So sind rund 90 Prozent der bisherigen Sozialhilfeempfänger als erwerbsfähig eingestuft und damit in den Zuständigkeitsbereich der Arbeitsgemeinschaften übergeben worden.

In den Fokus der Vermittlungsarbeit sollen künftig auch ältere Arbeitslose rücken. Die rot-grüne Koalition will im Mai ein Beschäftigungsbündnis für ältere Arbeitslose auf den Weg bringen, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD, Klaus Brandner. SPD-Fraktionschef Franz Müntefering kündigte am Montag an, für dieses Projekt stünden im Haushalt der Bundesagentur zusätzlich 250 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel sei, über 58-Jährige nicht nur sechs bis neun Monate in Hilfsmaßnahmen zu betreuen, sondern bis zu drei Jahren, um anschließend den Übergang in die Rente zu ermöglichen. dro/dpa

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