• Umstrukturierung des Schienengüterverkehrs: Betriebsrat der Deutschen Bahn kritisiert Management der Güterbahn

Umstrukturierung des Schienengüterverkehrs : Betriebsrat der Deutschen Bahn kritisiert Management der Güterbahn

Was ist los bei der Bahn-Tochter DB Cargo? Derzeit wird die Güterbahn saniert - die Art und Weise allerdings bringt den Betriebsrat in Harnisch.

Das Logo der Deutschen Bahn (DB).
Das Logo der Deutschen Bahn (DB).Foto: dpa

Der Konflikt zwischen Management und Betriebsrat bei der Gütersparte der Deutschen Bahn verschärft sich. Der Gesamtbetriebsrat der Tochter DB Cargo nennt die Umstrukturierung des Schienengüterverkehrs in einem internen Brief „eine absolute Bankrotterklärung“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag) berichtete. „Loks und Wagen fehlen - Kunden werden bewusst enttäuscht.“ Die Fahrzeuge seien aus dem Verkehr gezogen worden, obwohl man sie brauche, kritisierte der Gesamtbetriebsrat in dem Schreiben. Zudem komme mehr digitale Technik zum Einsatz, die aber nicht ausgereift sei.

Die Deutsche Bahn räumte „erhebliche wirtschaftliche Probleme“ ein, sprach aber auch von ersten Erfolgen. Die Planzahlen des Vorstands hätten „nichts mit der Realität vor Ort zu tun“, zitierte das Blatt aus dem Schreiben des Betriebsrats: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fürchten, dass die DB Cargo gegen die Wand gefahren wird.“ Dass die Güterbahn bald eine Kostenentlastung wegen sinkender Trassenpreise erwarten könne, ändere daran nichts. Dieses Geld wolle das Management „eher zum Verschleiern eigener Fehlentscheidungen nutzen, als für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens“, so der Vorwurf.

"desaströser Sparkurs"

DB Cargo hatte 2015 und 2016 Verluste eingefahren. Im Februar verständigten sich Betriebsrat und Unternehmensleitung auf ein gemeinsames Vorgehen. In diesem Jahr sollten demnach nicht mehr als 350 Stellen gestrichen werden. Die Eisenbahn- und Verkehrgewerkschaft (EVG) forderte den Vorstand von DB Cargo auf, „den desaströsen Sparkurs sofort zu beenden und das Unternehmen endlich auf Wachstum und Beschäftigung zu trimmen“. Der Personalabbau in Produktion und Verwaltung müsse gestoppt werden. Die Bahn argumentierte, die „grundlegenden Veränderungen in den Planungs- und Durchführungsprozessen des Güterverkehrs“ griffen nicht von einem Tag zum anderen.

Sie brauchten eine gewisse Zeit, um ihre positive Wirkung voll zu entfalten, teilte das Unternehmen mit. Allerdings gebe es erste Erfolge - 2016 sei die Pünktlichkeit im Vergleich zum Vorjahr verbessert worden, außerdem wachse DB Cargo erstmals seit fünf Jahren und stabilisiere seine Marktanteile. In „absehbarer Zeit“ werde die Bahn zudem über Pläne informieren, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. (dpa)

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