Wirtschaft : UMTS-Auktion: Über 90 Milliarden sind geboten

Am Mittwoch überstiegen die Gebote im Bietergefecht um die UMTS-Mobilfunklizenzen die Schwelle von 90 Milliarden Mark. Nach 162 Runden summierten sich die Höchstgebote auf rund 93,4 Milliarden Mark. Noch immer sind sechs Unternehmen im Rennen und zeigen keine Schwäche. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, sprach von einem spannenden Verlauf der Auktion. Ein Ende der bislang spektakulärsten Versteigerung in Deutschland war auch am Mittwoch, dem 13. Auktionstag, nicht absehbar.

Nach Einschätzung von Beobachtern hängt der weitere Verlauf vom Bieterverhalten der T-Mobil und Mannesmann Mobilfunk ab. Beide Unternehmen steigerten weiter für eine große UMTS-Lizenz. In diesem Fall müsste aber ein weiterer Bewerber ausscheiden, weil sonst nicht genügend Frequenzpakete für alle vorhanden sind. Als möglicher Kandidat wird die Gruppe 3G (Sonera / Telefonica) gehandelt.

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) hat die wirtschaftliche Bedeutung von UMTS für den Standort Deutschland hervorgehoben. Bereits heute telefonieren in der Bundesrepublik etwa 35 Millionen Menschen mobil, über 20 Millionen nutzen das Internet, sagte Müller am Mittwoch vor dem Bundeskabinett. Die gegenwärtig dynamische Entwicklung der Mobilfunk- und Internetnutzung sei für die Einführung von UMTS eine hervorragende Basis. Schon jetzt könnten attraktive mobile Dienste entworfen und für den Betrieb ab 2002 vorbereitet werden. Bis 2010 sei in Deutschland mit 30 Millionen UMTS-Kunden zu rechnen, sagte Müller. Die laufende Versteigerung der UMTS-Lizenzen bilde den Auftakt für Milliarden-Investitionen in die Mobilfunkgeneration der Zukunft.

Unterdessen ging die Diskussion weiter, wie die Milliardeneinnahmen verwendet werden sollen. Bundesfinanzminister Eichel will alles in die Tilgung von Schulden stecken. Die Länder wollen aber ebenfalls von den Einnahmen profitieren. Die Parteichefin der Grünen, Renate Künast, plädierte dafür, die Zinseinsparungen zur Anschubfinanzierung einer Stiftung zu nutzen, die kleine demokratische Initiativen im Kampf gegen rechte Gewalt unterstützen soll.

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