Wirtschaft : UMTS-Auktionen: Karl Diller zur Versteigerung: "Eine Auktion eignet sich nicht immer"

Herr Diller[was erwarten Sie von der UMTS-Auktion]

Herr Diller, was erwarten Sie von der UMTS-Auktion, die am Montag begonnen hat?

Bereits im vergangenen November wurde festgelegt, was mit den Einnahmen aus der Lizenz-Versteigerung geschehen soll. Wir haben beschlossen, dass Einnahmen aus der UMTS-Lizenz-Auktion vorrangig zur Tilgung von Altschulden verwandt werden sollen. Das ist angesichts der enormen Belastungen, die noch auf den Haushalt zukommen, notwendig. Allein die Pensionslasten der Post bescheren uns zusätzliche Ausgaben von über sieben Milliarden Mark jährlich .

Mithin stimmt die abgewandelte Übersetzung von UMTS - "Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung der Staatsschulden". Wie viel haben Sie einkalkuliert?

Wir haben uns bisher nicht an Spekulationen beteiligt und werden das auch in Zukunft nicht tun. Mal war von einem zweistelligen Milliarden-Betrag die Rede, mal von einem dreistelligen Milliarden-Betrag; wir werden es abwarten; vier Tage, acht oder 18 Tage. Im Etat wurden jedenfalls dafür keine Einnahmen eingestellt.

Wie viel Zinsen können Sie sparen?

Dauerhaft können wir jährlich etwa fünf Prozent des getilgten Beitrags an Zinsen einsparen. Das ist der Satz, der zurzeit der Umlaufrendite entspricht.

Ist das Auktionsverfahren gerecht?

Dieses Verfahren wird dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb am besten gerecht.

Was machen Sie, wenn sich Ihre Erwartungen nicht erfüllen?

Wir wollen erst einmal das Ergebnis der Auktion abwarten.

Welche Zukunft hat das Auktionsverfahren für das Finanzministerium?

Eine Auktion eignet sich nicht immer. Der Bund hat sich bislang per Ausschreibung von bestimmten Objekten bzw. Aufgaben getrennt. Damit sind wir gut gefahren.

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