Wirtschaft : UMTS: Das Warten kann sich lohnen

Corinna Visser

Da waren es nur noch fünf. Die Schweizer Kommunikationskommission rechnet jetzt sogar damit, dass am Montag nur vier Bieter zur Versteigerung der nationalen UMTS-Mobilfunklizenzen antreten. Da es nur vier Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard zu vergeben gibt, droht aus der Schweizer UMTS-Auktion ein Flop zu werden - ähnlich wie schon in Italien und Österreich. Dann würden die Schweizer Lizenzen zum Mindestpreis von rund 65 Millionen Mark verkauft - das Zwanzigfache war erwartet worden. Dass immer mehr Bieter von der Auktion zurückgetreten sind, hat nichts damit zu tun, dass der Schweizer Markt gänzlich uninteressant ist oder dass die Telekomkonzerne nicht mehr an den Erfolg von UMTS glauben. Allein es fehlt das Geld. Und der Absturz ihrer Aktien hat ihnen auch gezeigt, dass die Anleger den Unternehmen in ihrer ursprünglichen UMTS-Euphorie nicht folgen. Sie müssen jetzt vorsichtiger vorgehen. Andererseits werden die Märkte jetzt aufgeteilt, kein Unternehmen, das im europäischen Mobilfunkmarkt künftig eine Rolle spielen will, kann sich allzu viele weiße Flecken auf seiner UMTS-Europakarte leisten. Vodafone und France Télécom haben die Deutsche Telekom dabei bereits abgehängt - auch in der Schweiz, wo sie anders als die Telekom mit einer Lizenz rechnen können.

Der Deutschen Telekom bleibt nur die Hoffnung, unter den erfolgreichen Lizenznehmern vielleicht später einen Partner zu finden. Es könnte sogar sein, dass das letztlich die bessere Strategie ist: Abwarten bis dem einen oder anderen Lizenznehmer in Europa bei den enormen Finanzierungskosten für Lizenz und Netzaufbau das Geld ausgeht und ihn dann für wenig Geld übernehmen.

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