Wirtschaft : UMTS-Lizenzen: Mobilcom will weiter mit Franzosen bieten

Die Telefongesellschaft Mobilcom hat Signale aus Frankreich erhalten, France Télécom werde nach wie vor gemeinsam mit Mobilcom um eine UMTS-Lizenz bieten. "France Télécom setzt die Allianz mit Mobilcom fort", sagte ein Unternehmenssprecher. Danach müsste France Télécom eventuell seine UMTS-Bewerbung über die neue Tochter Orange zurückziehen, die als Teil des Konsortiums Group 3 G bietet. France Télécom ud Mobilcom haben bislang ein Gemeinschaftsunternehmen im Rennen, dessen Anteile nach der Genehmigung durch die EU-Kartellbehörden zu 100 Prozent auf Mobilcom übertragen werden. Im Gegenzug erhält France Télécom 28,8 Prozent der Mobilcom-Aktien.

Die Versteigerung der vier bis sechs Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard UMTS soll am 31. Juli beginnen. Elf Unternehmen sind noch im Rennen. Der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, hatte bei der Zulassung der Bieter moniert, dass France Télécom über die Tochtergesellschaft Orange auch an der Bietergemeinschaft 3 G beteiligt ist. Nach den Richtlinien kann jedes Unternehmen sich nur um eine der begehrten Lizenzen bewerben. Hält France Télécom an der Partnerschaft mit Mobilcom fest, müsste sich Orange aus dem 3 G-Konsortium zurückziehen. UMTS ermöglicht dank hoher Übertragungsgeschwindigkeit unter anderem Fernsehen auf dem Handy. Die Lizenzen sollen bis zu 20 Milliarden Mark pro Stück kosten.

Die Deutsche Telekom bewirbt sich nach Informationen der "Financial Times Deutschland" in mehr Ländern als bisher bekannt um die UMTS-Lizenzen. Neben Deutschland, Frankreich und Österreich wolle das Unternehmen auch in der Schweiz, den Niederlanden, Schweden und Norwegen antreten. Ein Sprecher der Telekom wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Telekom habe immer deutlich gemacht, dass Europa ihr Kernmarkt sei, auf dem sie mit wichtigen Zukunftstechnologien vertreten seien wolle, sagte er.

In Großbritannien hat die Telekom-Tochter One-2-One bereits für zwölf Milliarden Mark eine Mobilfunklizenz der dritten Generation ersteigert. Sollte die Telekom in allen Ländern erfolgreich mitbieten, müsste sie Schätzungen zufolge insgesamt bis zu 50 Milliarden Mark zahlen. Versteigerungen stehen auch in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden an. In Schweden und Norwegen sollen die Lizenzen dagegen per Ausschreibung vergeben werden - zu vergleichsweise geringen Kosten. In Frankreich will die Regierung in der kommenden Woche über die Art des Verfahrens entscheiden.

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