Wirtschaft : UMTS-Lizenzen: T-Mobil bringt Auktion in Schwung

Bei der Auktion der deutschen UMTS-Lizenzen hat am Mittwoch nach Mobilcom auch T-Mobil mehr als eine Milliarde Mark für eine UMTS-Lizenz geboten. Die Telekom-Tochter lag nach der 30. Bieterrunde in Mainz am Nachmittag mit 1,005 Milliarden Mark (knapp 514 Millionen Euro) bei drei Frequenzpaketen in Führung. Mobilcom machte mit 1,3348 Milliarden Mark die höchste Offerte für drei weitere Frequenzblöcke. Die Höchstgebote für die zwölf Frequenzpakete und die daraus zu vergebenden vier bis sechs UMTS-Lizenzen lagen bei knapp 4,353 Milliarden Mark. Die Gebote in dem Bieterrennen legten weiterhin nur in kleinen Schritten zu.

Außer Mobilcom und der mit ihr verbündeten France Télécom einerseits sowie T-Mobil andererseits lagen nach der 30. Runde auch die Konsortien E-Plus Hutchison und 3G aus Sonera und Telefónica in Front, die für je zwei Frequenzpaare die höchsten Angebote machten. Viag Interkom machte demnach nur bei einem Frequenzpaket die höchste Offerte, Mannesmann Mobilfunk war zunächst ebensowenig unter den Höchstbietern wie Debitel mit der Muttergesellschaft Swisscom.

Für eine UMTS-Lizenz zum multimediafähigen Mobilfunk brauchen die künftigen Betreiber zwei oder drei Frequenzblöcke; daraus errechnet sich bei zwölf versteigerten Frequenzpaketen die Anzahl von vier bis sechs möglichen Lizenzen in Deutschland. Experten rechnen mit einem wochenlangen Tauziehen, das neben Sprachübertragung in Spitzenqualität auch Videokonferenzen und mobiles Fernsehen ermöglichen soll.

Der deutsche Einzelhandel warnte unterdessen davor, das M-Commerce getaufte Einkaufen per Handy durch zu hohe Gebühren für die deutschen UMTS-Lizenzen zu belasten. Die "horrenden Kosten für Lizenzerwerb und Netzaufbau" würden die künftigen Handy-Tarife verteuern und damit den Internet-Einkauf behindern, erklärte der E-Commerce-Experte des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Olaf Roik, in Berlin. Für diese Art des Einkaufes sei der schnelle UMTS-Mobilfunk besonders geeignet. Deutschland und Europa drohten die Chance zu verspielen, über den M-Commerce per Handy ihren Rückstand gegenüber den USA beim E-Commerce aufzuholen.

Die schleppende Versteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen in Deutschland und die enttäuschende Auktion in den Niederlanden hat das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom) veranlasst, seine Erwartungen nach unten zu korrigieren. Er rechne nur noch mit Einnahmen zwischen drei und sechs Milliarden Franken, sagte Bakom-Direktor Marc Furrer am Mittwoch in Zürich. Anfang Juni hatte Furrer noch Einnahmen zwischen sechs und zehn Milliarden Franken für möglich gehalten. In der Schweiz werden im November voraussichtlich vier UMTS-Lizenzen versteigert.

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